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408 Hugideo.
Und er ſtieg abermals hinab und grub ein zweites Grab
neben das erſte. Und ſeine Arbeit dauerte bis tief in die
Nacht hinein.
Wie er müde und ſpät ſeinen Berg hinaufſtieg, ſtand
ein greller Feuerſchein am ſüdlichen Himmel und die Röte 5
nahm nicht ab die ganze Nacht hindurch. Hugideo aber
ſchritt unruhig auf ſeinem Fels auf und nieder, als ſcheuch
ten ihn alte Erinnerungen, er ſpähte und ſpähte durch
den Schimmer der Nacht und ſprach haſtige, abgeriſſene
Worte vor ſich hin, und ſein Herz klopfte beim fernen
Feuergefunk.
Es waren die Flammen von Auguſta Rauracorum,
der reichen, hochberühmten Römerkolonie, die Munatius
Plancus einſt als Vormauer gegen die Alamannen unweit
Baſel am Rheinesufer gegründet', prächtig in Tempeln, i
Waſſerleitungen und Theatern, aber dem beutehungrigen
Grenznachbar wie ein lockendes Schaugericht vor Augen
geſtellt und jetzo dem Untergang verfallen.
Der hochaufſchlagende Feuerſchein zeigte, daß die von
den Katalauniſchen Feldern heimkehrenden Alamannen-
ſcharen ihren Rückweg dort vorübergenommen.
Frühmorgens kam Nebi, der Fiſcher. „Habt IZhr ge⸗
ſehen?“ ſprach er. „Wieder ein Städtlein weniger und
ein Trümmerhaufen mehr! Augſt, was taugſt?. “ er
blies über die hohle Hand weg... „Waffen und Weh! 2
Waffen und Weh! Nehmt Eure Schaufel und kommt, es
gibt Arbeit!“
In der Bucht des Rheines auf dem weißen ſchimmern-
den Uferſande lag angeländet einer Zungfrau Leiche, die
weiße römiſche Lunica waſſerſchwer um die ſchlanken Glie- ꝛ.
der geſchmiegt, das Haar in Flechten über den ſtolzen
Nacken wallend, die Stirn von goldenem Reif umfaßt.
Unter der linken Bruſt klaffte ein leiſer Riß im Gewand,
wie vom Stich einer ſchneidigen Waffe.
„NMerkwürdig“, ſprach Nebi, der Fiſcher, „wie die blaſſe 2
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1 Das heutige Augſt, von dem Genannten als Statthalter der Gahia
comata im Jahre 44 v. Chr. gegründet.
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