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Hugideo. 409
Maid dem Marmorbilde gleicht, das Ihr auf dem Berg
droben aufgeſtellt.“
„Jawohl. merkwürdig!“ ſprach Hugideo. Lang'
und ſtarr ſtand er vor der Leiche...:
„Te spectem, suprema mihi cum venerit hora,
te teneam moriens deficiente manu.“
... Er hob ſie empor und trug ſie mit ſtarkem Arm
den Berg hinauf.
„Was habt IZhr geſagt, Hugideo? halt an, Hugideo!
ſo wohin, Hugid eo?“ rief Nebi, der Fiſcher, und ließ erſtaunt
ſeine Schaufel fallen. „Die Gräber ſtehen ja dort zur
Rechten.“
„Begrabe ſie heut nacht!“ ſprach Hugideo.
Und er trug ſie hinauf in ſeine Klauſe und ſetzte ſie
15 ſorgſam auf die ſteingehauene Bank der Zelle und ſetzte
ſich ihr gegenüber und hielt ſchweigend Totenwache und
flocht vom Efeu, das den Fels umrankte, zwei Kränze und
ſchmückte das Haupt der Leiche und ſein eigenes damit und
füllte ſich einen Becher Weines und nickte ihr zu, da er ihn
ꝛ leerte, und wich nicht mehr von ihr.
Um Mitternacht aber trug er ſie hinab, wo die zwei
Gräber, von ſeiner Hand aufgeworfen, zum Empfang ge—
rüſtet ſtanden, und ſenkte ſie ein und warf drei Schollen
alamanniſcher Erde als letzten Gruß auf die tote Römerin
und begrub ſie in einſamer Stille der Mondnacht und
wälzte einen Stein auf das Grab. Dann ging er zu des
Fiſchers Hütte und rief hinein: „'s iſt beſorgt, alter Schau⸗
felbruder, und der Ruheplatz neben ihr iſt für mich,
merk' dir's!“
zo Des folgenden Tages trug der Rhein manchen ans Ufer,
an deſſen Leichnam der Mauerkampf und Fall und Mord-
brand von Auguſta Rauracorum mit blutigen Zügen ge⸗
ſchrieben ſtand. B
„Auch du, Junius Meſſianus, alter Baumeiſter, Freund
z6 und Lehrer!“ ſprach Hugideo, da ſie einen ehrwürdigen,
wundenbedeckten Graukopf aus den Fluten zogen.
Aber bei einem Anblick ſchütterte er zuſammen: ein
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