http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0419
Vorwort.
Weſtwärts von den Ufern des Bodenſee, in den mit
landſchaftlicher Schönheit reich geſegneten Revieren des
Hegau, zu deſſen burgengekrönten Baſaltkuppen die ſil⸗
5 bernen Firnſchneefelder der Helvetiſchen Alpen herüber-
ſchimmern, — des Kletgau, wo der hohe Randen un—
wirtliche Kalkrücken nach Schaffhauſen hinabſenkt, und
der alten Bertholdsbaar, deren kornreiche Hochebenen
einſt den Boden eines von Gryphäen und Ammoniten
1io durchwimmelten Urmeeres bildeten, — zwiſchen den tan⸗-
nenumſäumten Ausläufern des Schwarzwaldes und
den mauergleichen Höhenzügen der weißen Furaberge,
in den Stromgebieten der jung aufquellenden Donau,
der wilden Wutach und Gauchach und des aus den
15 Schaffhauſer Fällen in rückläufiger Krümmung zum In—
ſelkloſter Rheinau hinabrauſchenden Oberrheins iſt
dieſe Erzählung heimiſch.
Im Verlauf bewegter Wanderjahre war es ihrem
Verfaſſer vergönnt, mannigfaltige Einblicke in Vergan—
genheit, Sprache und Kultur jener alemanniſchen Land⸗—
ſtriche, denen ihre geſchichtliche und landſchaftliche Be—
deutung die Ehrennamen „Krone Schwabens“ und „Pa⸗
radies des Wanderers“ errungen hat, zu gewinnen.
Nach Anſicht eines Großvaters deutſcher Chronikſchrei⸗—
25 bung, des wackern Fohannes Aventinus, ſoll ein
27*
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0419