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Juniperus. 427
Welt, aber auch ein zweites, was wieder heimwärts zieht
mit ſtarken Haken der Sehnſucht. Was an mir zieht zu
den Höhen, die meine Wiege trugen, das iſt die Pracht
Gottes, die dort alltäglich vor den Fenſtern ſich auftut
... die Pracht Gottes in Land und See und Strömen
und Alpengebirgen der Ferne..
„Darf zwar hier oben mit vollen Zügen des Karmel
balſamiſche Luft trinken und aus einem Schwall von
Blüten, die unſere Tannwälder nicht kennen, hinab—
ſchauen wie aus einem Gewürzgarten auf Meer und
Land, mare velivolum terrasque iacentes,
wie wir in der Schule es laſen, aber käme ich auch
auf jenen andern Berg zu ſtehen, von dem einſt der
Verſucher dem Heiland alle Herrlichkeiten dieſer Welt
gewieſen, nimmer würde ich vergeſſen, wie es auf meiner
guten neuen Hewen beſtellt iſt. Hei, daß ich euch weiſen
könnte, was dort in meine Jugend hereingeglänzt: die
grünen Wälder von Engen, einſt des auſtraſiſchen Reiches
wohlumwallter Grenzſtadt... die ſteil aufgeſchoſſenen
Felsgipfel des Hegau in einſamer Schöne.. den blau
im Widerſchein blauen Himmels mit gedoppelter Buch—
tung zu uns ſich herbiegenden Bodenſee... die fernen
rieſigen, wie ein Hauch im Abendrot verſchwindenden
Schneeberge! In krummem Flußlauf windet ſich die
kaum entſprungene Donau durch ein Ried und ſtrebt dem
Städtlein Geyſingen vorüber... ſo einer von dort eine
kleine Weile gen Sonnenaufgang reitet, ſteht er auf
ſchwarzem Baſaltſtein vor meines Vaters Behauſung und
mag all die Pracht erſchauen, von der meine Zunge jetzt,
da ſie wieder reden darf, in voller Erinnerung überſtrömt.
„ Die gute neue Hewen aber iſt nur ein Burgſtall; ihr
und der Stadt Engen gebieten die edeln Freiherrn auf
dem Hohenhewen, der als der nächſte in der Reihe der
Hegauberge mit ſanfter Schwingung ſeinen waldigen
Gipfel erhebt. Aus fernem Heſſenland kam das Hewen—
geſchlecht einſt herübergewandert in das Revier der He—
gauer Kegelberge und hat von dort ſein Wappen mit⸗-
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