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428 Juniperus.
gebracht, den ſilbernen Stern im ſchwarzen Feld, den ſie
auch all ihren Dienſtleuten zu Schildzier verliehen, daß
ſein Zeichen glückverheißend aufgepflanzt werde über dem
Tor ihrer feſten Berghäuſer.
„Darum ſoll keiner mich ſchmähen, daß ich zu Unrecht
mich fremden Wappenſchildes angemaßt, als ihr mir
geſtattet habt, in euren Reihen den Stern meiner Heimat
auf Akkons Wällen dem Sarazenen zu weiſen.
„Selten ſteigt ein Hewen von ſeinem Berggipfel her⸗-
nieder, Lehen zu ſuchen... ſitzen in ſemperfreier Stille
daheim, wie der alte Krenkinger Freiherr im unweiten
Thiengen, der ſelber, als der Kaiſer Rotbart durchritt,
nicht aufſtand vom Armſtuhl, darin er vor ſeinem Hoftor
ſaß, und nur grüßend ſein Käpplein lupfte, ſprechend:
‚Mehr bin ich nicht ſchuldig.
„In der Eckſtube des Burgſtalls Neuenhewen, den man
auch das Stettener Schlößlein nennt, bin ich geboren,
der Sohn eines rittermäßigen Dienſtmannes, der Gott⸗-
fried heißt und wie viele ſeines Standes mit Stichen und
Schlägen aus der Jugend in ſein Alter kommen und
Speerkrachens viel vernommen. Nach deſſen Namen
tauften ſie auch mich Gottfried. Die Mutter aber, ein
feinfühlig Weib, der Gott ihre Treue lohnen möge, iſt
früh weggeſtorben ... und ſo weit die Welt vor den
Fenſtern der Burg ausgebreitet lag, ſo eng war ſie in
den innern Räumen, die wir hälftig zu teilen hatten mit
zwei andern hewiſchen Dienſtmännern, ihren Frauen und
Kindern. Saßen darum nahbeiſammen in der einen
Eckſtube, aber nur wenn ſchlecht Wetter war; bei gutem
kroch ich draußen herum auf den Felſen und ſtieg zum
Wächter auf den großen viereckigen Turm und ſchaute
den Sperbern nach, die drüber hinwegflogen, oder zerrte
den Vater am Leibrock, wenn er zu Roſſe ſtieg, daß er
mich heraufgriff und vor ſich in den Sattel ſitzen hieß,
und blieb ein friſcher Bub, der ſeiner Muhme Petriſſa, 5
die jahraus, jahrein am ſchnurrenden Spinnrad im Eck-
fenſter ſaß und allen das Linnen zum Gewand ſpann,
viel Sorge ſchuf.
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