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442 Juniperus.
„Nun begab es ſich im Lenzmonat des eilfhundertacht
undachtziger Fahres, daß mit großem Zulauf aus nah und
fern in Almishofen die Faſtnacht begangen ward. Gaſtlich
hatte der alte Markwart ſein Haus aufgetan, viele Edle und
Rittersleute aus der umliegenden Bertholdsbaar und dem
nahen Schwarzwald kamen zu Kurzweil und Mummen⸗-
ſchanz geritten, denn dort in Schwaben wird um dieſe Zeit
viel Fröhlichkeit geübt mit Schneckeneſſen, Umtrunk und
Reigentanz, und wer vermummt Gaſſen und Häuſer durch⸗
laufen will, der ſteckt ſich in das weiße, figurenbemalte
ſchellenbehangene Gewand des Heini Narro, legt die Holz⸗
larve Scheme vor das Antlitz, zieht die mit Blumenkranz
und Fuchsſchwanz verzierte Kapuze darüber und rennt
hüpfenden Schrittes, hellauf, Narrö!“ rufend und Äpfel
und Nüſſe unter die Kinder auswerfend, durch die fröh—
liche Menge.
„Auch die Muhme Petriſſa hatte ihr Turmfenſter ver⸗
laſſen und ritt mit mir und etlichen reiſigen Knechten zum
Feſt. Anlangend trafen wir auf gleicher Heerſtraße die
Blumenegger; die kamen in großer Sippe, alle in weißem
Narrenlinnen zu Roſſe, ein ſeltſam ſtattlicher Zug. Als—
bald hielten ſie, ſchüttelten allzuſamt die Riemen mit den
Metallſchellen, daß fernhin die Fenſterſcheiben erklirrten
.. und einer der Vermummten, deſſen Stimme ich wohl
kannte, ſang, wie es der Hanſel Brauch und Recht, den
Spottreim:
Wo aus, wo ein, Wachholderbuſch
Vom Turm zu Neuenhewen?
Gelt, bei der Almishofer Blum'
Wär's luſtiger zu leben? Narrö!“
„Da hub auch ich mich im Bügel und gab, wiewohl ich
kein Mummkleid trug, dem Necker als Antwortreim:
Wenn Blumen blühten auf Blumenegg,
Wie ſie ein Herz begehrte,
Wüßt' ich auch einen, der kurzweg
Im Trab nach Hauſe kehrte. Narrö!'
Ein. Es war kein guter Anfang des Tages.
So ritten wir zuſammen in Herrn Markwarts Burgfrieden
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