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Anmerkungen: Die von Heven. 465
gefallenen Ferg von Hewen, Herrn zu der hohen Trüns in Grau⸗-
bündten, mit Tod ab.
In der kleinen Kirche des heiligen Martinus zu Engen iſt der
Familie Erbbegräbnis, leider, ſeit Verwendung der Kirche zum
Magazin für Schienen und Schwellen der neuerbauten Eiſen—
bahn, gänzlicher Zerſtörung ausgeſetzt. Das Kloſter Lichtental
bewahrt als Erinnerung an hewenſche Damen ein Reliquien-
käſtchen aus vergoldetem Silber mit der Umſchrift: „dieſes Pazem
hat laſſen machen Fraw Adelhait von Hoewen geborene zu Eber⸗
ſtein und Fraw Berhta, Grefin von Sultz geborene von Hoewen.“
S. Krieg v. Hochfelden, Geſch. der Grafen v. Eberſtein, p. 294.
Die Herrſchaft „die veſten Althewen, die veſt und ſtat Engen
und die veſt Hewnegg“ mit aller Zubehör wurde um 1398 von
den Brüdern Peter und Wolvelin ſchuldenhalber dem Herzog
Leupold von Hſterreich für 28800 fl. auf Wiedereinlöſung ver—
kauft. 1399 mußten die Bürger von Villingen ihrem gnädigen
Herrn von Hſterreich zu dieſem Ankauf tauſend Gulden ſchenken.
S. Quittung in Zeitſchr. VIII, 383. Sie wurde dann von den
Grafen von Lupfen, welche Forderung an die Kaufſumme hatten,
eingenommen, kam nach deren Ausſterben an die Marſchälle von
Pappenheim, dann durch Heirat an die landgräflich ſtühlingiſche
Linie des Fürſtenbergiſchen Hauſes.
Die Herren von Hewen ſelbſt erwarben nach dem Verkauf
ihrer Stammgüter Beſitzungen in Rhätien, z. B. 1498 durch Kauf
von denen von Caſtelwart Stadt, Schloß und Grafſchaft Werden-
berg, welche jedoch ſchon 1517 Wolfgang von Hewen, Domherr
zu Straßburg und Konſtanz, und Georg von Hewen an die Land-
gemeinde von Glarus für 21 500 fl. wieder verkauften. S. Z. G.
Schlehens Eygendtl. Beſchreibung der Landſchaft unterhalb St.
Lucis Stayg. Ems 1616. p. 5.
Das hewenſche Wappen, ein ſchwarz und gold quer geteilter
Schild, der im obern ſchwarzen Feld einen ſechsſtrahligen ſilbernen
Stern trägt, wird von Rüxners Turnierbuch, p. XIX, einer Wap⸗
penrolle der Bibliothek zu Donaueſchingen Nro. 150, wie an dem
Konſtanzer Biſchofdenkmal gleichartig abgebildet. Es ſtimmt in
dieſer Form vollkommen überein mit dem Wappen der Graf—
ſchaft Ziegenhain in Heſſen, welches in Kuchenbekkers Analect.
Hassiac. collectio III, p. 48 und collect. VII, p. 126 beſchrieben
iſt. S. Falckenſtein, thüring. Chronica. Erfurt 1738. II, 644.
Heraldiker, welche Gott mit freier Zeit geſegnet hat, mögen übri-
gens nähere Unterſuchungen darüber anſtellen, denn an der Ur⸗
kunde von 1207 im Archiv Allerheiligen zu Schaffhauſen führt das
Scheffel. II. 3
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