Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 468
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0468
468 Zuniperus.

Hewen Fehde aus. Zwiſchen dieſem Geſchlecht und dem Hauſe
Hohenberg beſtand ſeit geraumer Zeit Feindſchaft, welche ſich nun
in Angriffen auf Eigentum und Menſchenleben Luft machte.
JZeder fiel mit bewaffneten Haufen in die Herrſchaft ſeines Geg—
ners ein, trieb Herden und Zugvieh weg und brannte die Woh—
nungen der Einwohner nieder. Und zwar fügte der Herr von
Hewen dem mächtigeren Grafen größeren Schaden zu, da dieſer,
wegen ſeiner Tyrannei verhaßt, von ſeinen Mannen nicht gehörig
unterſtützt wurde.
Nachdem man ſich mit Raub und Brand viel geſchädigt hatte,
verſöhnten ſich endlich beide Teile. Ein beſonders gefürchteter
Feind der Hohenbergiſchen war ein gewiſſer Seduloch geweſen,
der in Dienſten des von Hewen ſtand. Zm wilden Kriegerhand-
werk aufgewachſen und wohl erfahren, dabei tapfer, liſtig und
lokalkundig, leiſtete er ſeinem Herren ausgezeichnete Dienſte und
wurde von dieſem nach beendigter Fehde reich belohnt. Schmid,
a. a. O. p. 246. Die weiteren Geſchicke berichtet Ficklers Fort
ſetzung von Münchs Geſchichte des Hauſes Fürſtenberg IV, 264.
Von OÖſterreich gelangte Burg und Herrſchaft Neuenhewen an
Haug von Kürnegg, mit dem Verfall dieſes Geſchlechts an die
Herren von Neuenegg, von welchen mit Bewilligung Herzog Leo⸗
polds 15375 Bans der Schnabel von Reiſchach die Pfandſchaft er⸗
warb. Als im 17. Jahrhundert auch dies Geſchlecht der allgemei⸗
nen Verarnmig nicht entging, wurde die Herrſchaft durch das
fürſtenbergiſche Amt Hüfingen für die Pfandgläubiger verwaltet,
deren Rechte Friedrich Rudolph von Fürſtenberg-Stühlingen und
ſein Sohn Maximilian zum Teil an ſich brachten. Dieſe Anſprüche
und mit ihnen den fürſorglichen Beſitz des Schloſſes ſchenkte letz⸗
terer 1665 für geleiſtete Dienſte dem Fohann Friedrich Ebinger
von der Burg, von welchem Geſchlecht es 1751 käuflich um
28000 fl. und 100 fl. Douceur an den Fürſten überlaſſen wurde.
Heutigentages iſt die Pracht der Fernſicht das einzige am
„Stettener Schlößlein“, was unverſehrt geblieben, und auf dem
von baſaltigem Geſtein roh zuſammengefügten Turmklotz ſchwankt
im Lufthauch als einziger derzeitiger Inſaſſe der Burg des deut-
ſchen Bergwalds Balſamſtaude, der Wacholderſtrauch.

— —

Abtei Rheinau.
Augia Rheni — Rinowe — Rheinau, 1 ½ Stunden unter⸗
halb Schaffhauſen auf einer Inſel, die der Rhein bald nach dem
Fall in ſeltſamer Krümmung bildet, indem neben der Inſel auf


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