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Anmerkungen: Die von Heven. — Abtei Rheinau. 469
beiden Seiten eine langgedehnte Halbinſel herläuft. Römi
Altertümer und Reſte alter Waldoerſchangungen ſt o iche
inſel Schwabenau — Suabova — bekunden die Wichtigkeit der
Poſition in den Grenzkämpfen der Römer und Alemannen am
Oberrhein.
Die Stifter des Gotteshauſes waren welfiſchen Stammes.
Ein Diplom Ludwigs des Deutſchen, deſſen Eche aber fraglich
iſt, meldet, daß das Kloſter von Welfhard, Sohn Rudharts, einem
Grafen von Kyburg, um 778 geſtiftet und von Karl dem Großen
780 zu Konſtanz beſtätigt ſei. Ein echtes Diplom nennt als Voll⸗
ender einen „Wolvene, deſſen Vater und Großvater gleichen Na⸗
mens den Bau begonnen“. Berühmt ward Rheinau durch den
Aufenthalt des irländiſchen Asketen Findan, der, nach einer ziem—
lich gleichzeitigen, aber ſehr fabelhaften Biographie aus ſeinem
Baterland durch normanniſche Seeräuber entführt, auf einer der
orkadiſchen Inſeln ihnen entfloh und von da nach Ablegung des
Gelübdes einer Wallfahrt nach Rom „trockenen Fußes“ übers
Meer ging. Nach langem Pilgern durch Gallien, die Lombardei
und Rom verband er ſich zu geiſtlichen UÜbungen vier Fahre lang
mit einem edeln Alemannen und trat in das demſelben angehörige
Kloſter Rheinau. Hier begann er nach fünf Fahren das Leben
eines Recluſus, das er zweiundzwanzig Fahre unter den härteſten
Entbehrungen fortſetzte. Die tägliche Brotportion verkürzte er
ſich immer mehr, um das Erübrigte den Armen zuzuwenden. Bei
den häufig berichteten Viſionen geſchieht die Unterredung in ſei—
ner vaterländiſchen altiriſchen Sprache; die Formeln haben nicht
immer eine UÜberſetzung, alſo ein Beweis, daß die Biographie zu
einer Zeit verfaßt iſt, wo das Kloſter noch iriſche Mönche zählte.
Schwierig iſt nur die Chronologie, da das Leben dieſes Heili⸗
gen bald in den Anfang, bald in das Ende des neunten Zahr-
hunderts verlegt wird. S. Rettberg, Kirchengeſchichte Deutſch—
lands. Göttingen 1848. Bd. II, 125. Die Biographie des Heili⸗
gen bei Mabillon Acta S. Ben. saec. IV, r1. 377. Goldast
rerum Aleman. script. tom. I, 2, p. 203 und Mone, Quellen-
ſammlung zur bad. Landesgeſchichte tom. I, p. 54. — S. auch
Grimm, Weistümer 1I, 285. . L
Des Kloſters Millenarium feierte Noriz Hohenbaum van
der Meer: Kurze Geſchichte der tauſendjährigen Stiftung des
freien Gotteshauſes Rheinau. Donaueſchingen 1778. Es war
dem einſtmals unmittelbaren freien Reichsſtift nicht vergönnt,
ſein eilfhundertjähriges Fubelfeſt zu begehen. Nachdem es ſchon
1455 unter den Schutz der ſieben alten Orte der Eidgenoſſenſchaft
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