Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 473
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0473
Anmerkungen: Die von Blumenegs. 473

Burg und Herrſchaft Blumenberg, Blomberg, „die alte
Blumberg“, deren frühere Beſitzer den Blumeneggern ſtamm⸗-
verwandt waren und das gleiche Wappen führten. Auch die auf
Stahelekk und Tanekk waren gleichen Stammes. Ob nun für
dieſe ſich benachbarten Blumenegg, Blumenfeld und Blumenberg
gemeinſchaftlicher Namensurſprung als „feſte Niederlaſſung bei
angeblümtem Ackerland“ anzunehmen iſt, oder ob lange vor den
urkundlich verbürgten Zeiträumen ein Geſchlecht, das den Eigen-
namen der „Blumen“ oder „Blomen“ trug, als kleine Dynaſten
in dieſen Burgen ſich ſeßhaft gemacht und weiter verzweigt hat —
wer gibt heute Aufſchluß?
Merkwürdigerweiſe finden ſich auch in dem fernen Walgau
unweit Feldkirch bei Sankt Gerold, Thüringen und Ludeſch, eh—
mals zur Grafſchaft Bregenz und dem Bistum Chur gehörig,
eine alte Burg und Herrſchaft Blumenegg. „Es iſt aber diß
Walgow diſer zeyt gemeinlich Teutſcher ſprach, doch habend die
fürnämſten fläcken gemeinlich alte Rhetiſche namen als Puirs
Pludentz... Nuziders..Es ſind auch etliche ſchlöſſer darinn
Teutſcher nammen, villeycht eintweders auß uralter verlaſſenſchaft
der erſten Germanier vor dem eyniſten der Rhetier da wonhafft,
oder hernach durch die vermiſcheten Teutſchen aufkommen, als
Sonnenberg, Blumenegk ꝛc. ꝛc.“ Stumpf, Schweizer Chro—
nik X, 31. Die walgauiſchen Blumenegger führten dasſelbe Wap—
pen wie die ſchwarzwäldiſchen, nämlich in regelmäßig wechſelnder
Aufeinanderfolge drei rote Querſtreifen und drei weiße Quer⸗
ſtreifen mit blauen ſogenannten Wolken (Kürſch) und als Helmzier
ebenfalls, wahrſcheinlich biſchöflich churiſche Vogteirechte andeu—
tend, die biſchöfliche Inful. S. Schlehe, Hyſtoriſche Relation oder
eygendtliche Beſchreibung der Landſchaft underhalb St. Luzis
Stayg ꝛc. ꝛc., Embs 1616, pag. 56, und C. von Mayers heral⸗-
diſches ABC-Buch, München 1857. Tafel LXI. Nro. 5. Ein er—
haltenes sĩgillum Cunradi militis de Blumenberg an einer Urkunde
von 1316, f. Zeitſchr. XII, 254.
Die ſchwarzwäldiſche Herrſchaft beſtand außer Dorf und Burg—
ſtall Blumenegg noch aus Dillendorf dem Turm, Füezen dem
Dorf, Grimmelshofen der Vogtei, Lausheim dem Dorf, Ewatin⸗
gen Dorf und Burgſtall, Aſelfingen, Opferdingen und Eſchah,
wozu ſpäter Achdorf und Überach kamen.
Sie blieb nur bis zum Jahr 1366 im Beſitz der Familie, wurde
von Heinrich von Blumenegg, der mit Gräfin Adelhild von Für—
ſtenberg vermählt war, angeblich in hochherziger Opferwilligkeit,
um zerrütteten Vermögensumſtänden ſeiner jugendlichen Schwä—


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