Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 477
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0477
Anmerkungen: Die von Blumenegg. — Almishoven. 477

Miſtelbrunner Ackerfeld gefunden, und den benachbarten Wald
umſchwebt geheimnisvoll die Sage von einer untergegangenen
Stadt Laubenhauſen, auf alten Karten Laubenhauſen
Olim benannt, in deren Bezirk ein ganz abgegangenes Heiden-
ſchloß geſtanden haben ſoll. S. Fickler, Anniverſarienbuch des
Kloſters Mariahof bei Neidingen, p. 20, not. 4 und Schriften der
Altertums- und Geſchichtsvereine zu Baden und Donaueſchingen
1848, III. Jahrgang, p. 187. — Kolb, Lexikon, Art. Laubenhauſen.
Unterſuchungen, welche der Schreiber dieſer Zeilen mit einem
vorzeitkundigen Freund auf einem der nach Bregtal unweit der
Ruine Sindoltſtein ſich herabſenkenden Bergrücken an einem heißen
Sommertag im Schweiße ſeines Angeſichtes anſtellte, ergaben
das Vorhandenſein eines keltiſchen Ringwalles, mit welcher in
Waldesdüſternis eingeſunkenen Tatſache ſich denn damals die
forſchenden Bergſteiger beruhigten, ohne dem geſchichtlichen Rät—
ſel der untergegangenen Laubenhäuſer und Miſtelbrunner und
der ſeligen Ruchtrut von Almishofen weiteres Kopfzerbrechen zu
widmen.
Das quellumſprudelte Almenshofen im torfigen Wieſengelände
war der Sitz eines in der Baar weitverbreiteten Adels, der auch
Güter in Hüfingen, Donaueſchingen, Opferdingen, den Burgſtall
und die Höfe zu Bruggen an der Bregach, die Neuenburg an der
Gaucha mit Bachheim, die Hälfte von Vmmendingen u. a. beſaß.
Sie zählen zu denjenigen landſäſſigen Familien, die, ähnlich einer
Ammonitenbank im Grunde des Jurameeres, das den Boden der
heutigen Baar gebildet hat, auf der Scholle, wo ſie zuerſt ſich
angeſiedelt, gelebt, ſich vermehrt und ihr Ende genommen haben.
Auswärtige Taten ſtehen von ihnen nicht verzeichnet; die männ-
lichen Mitglieder der Sippe waren verſorgt auf ihrem Beſitz, der
zur hegauiſchen Rittertruhe ſteuerte, jüngere Söhne als Pfarr—
herren, unverheiratete Töchter als Nonnen im Kloſter zu Neidin—
gen, wo aller Gebeine ruhen.
Ihr Wappen, ein weiß und rot vierfach geteilter Schild, in
deſſen oberem weißen Felde rechts eine fünfblättrige rote Blume
am grünen Stengel, iſt an mehreren Urkundenſiegeln erhalten
(ſ. z. B. Zeitſchr. VII, 167) und in der Donaueſchinger Wappen-
rolle abgebildet.
— Doͤkumentiert treten dieſelben ſeit dem XIII. Fahrhundert auf.
Herr Hugo von Almenshofen urkundet 12566 den Verkauf der
Burg Dunſel an den Grafen Konrat von Freiburg, Zeitſchr. IX,
335, not. 7; verſchenkt 1273 ſeine Leibeigene Adelhaidis an das
Kloſter Sankt Georgen, Zeitſchr. VII, 167, bezeugt 1280 bei


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0477