Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 480
(PDF, 96 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0480
480 . Funiperus.

auf den Grenzen, wo ſich das öſterreichiſch und württembergiſch
Territorium miteinander auf das genaueſte benachbarn“, am Hirz⸗
waldplateau im Urſprung der Brigach zu ſuchen ſei — ein Satz,
deſſen Prüfung hinwiederum den Dr. A. G. Bucher 1720 be⸗
wegte, den Urſprung des Donaufluſſes „bei dem Durchlauchtigen
Hauſe Fürſtenberg zu erhalten“, — ſeit dieſen und andern bis
zu ſtreitbarer Erregung geführten Unterſuchungen iſt bekanntlich
die Frage noch immer eine offene. S. Fickler, Die Donauquellen
und das Abnobagebirge der Alten, Karlsruhe 1840, und Walch⸗
ner in Weſtermanns Monatsheften VII, 521.
Was nun die Quellen von Almenshofen und ihre Rangord⸗
nung unter den andern Donauquellprätendenten betrifft, ſo fühlte
ſich ſelbſt der Vicarius perpetuus Breuninger genötigt, per pa—
rentheſin zu bekennen: „wann ich Don-Eſchingen pro patria zu
veneriren hätte, deme man ja alles ſchuldig ift, und wann weder
Brig noch Breg daherumſtrömeten, mir aber allein die geſunde
Vernunft noch übrig wäre, ſo müßte ich dieſe Quelle zu Almets-
hofen vor den eigentlichen Urſprung der Bonau erkennen“, 1. cit.,
p. 329 — wie er auch als alte Überlieferung der Einwohner ver⸗
meldet, „vorzeyten habe dieſes Flecklein Almetshofen Donau⸗—
hofen geheißen, und wie man jetzt von Eſchingen ſage, daß die
Donau da entſpringe, ſo habe mans von Almetshofen geſagt.
Nachdem aber Don-Eſchingen angewachſen, groß worden und
Herren drein kommen, ſo habe man, weil auch ein ſchöner Brunnen
drinnen ſei, angefangen denſelben vor der Donau Urſprung aus-
zugeben, und damit es deſto beſſer aufkomme, ihrem Flecklein
von da nicht mehr Donau-, ſondern Almetshofen geſchrieben und
geſagt, und den Ausfluß ihrer Quelle den „Brunnbach“ ge⸗
nennet.“
Und beſtätigend erzählt Bucher im Urſprung der Donau, p. 27:
„Nachdem ſich zwiſchen denen Beſitzern des Dorffs Allmenshoven
und denen von Doneſchingen deßwegen ein Streit erhoben, weil
jene ebenfalls eine bei Allmenshofen ſtark fließende Quelle ein-
faſſen laſſen und vor den Donauquell ausgegeben, ſolchem nach
unſerm Doneſchingen die Ehre, den Donauquell bey ſich zu
haben, disputirlich gemacht, ſei durch hohen Ausſpruch die in dem
Donaueſchinger Schloſſe gefaßte Quelle für den ächten Donau⸗
urſprung erklärt worden.“
Trotz des wider ſie ergangenen Machtſpruches ſprudeln übri⸗
gens die Almenshofer vier Quellen noch immer kräftig und lebens-—
fröhlich auf, und „wann es auff den Umfang der QZuelle, die
Größe und Vielheit des Waſſers ankommt, ſo iſt“, — wie der


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