Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 487
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0487
Prau Aventiure, S. 43— 54. 487

erhält dagegen von dem Landgrafen in einer Rolle den Stoff zu
einem neuen Werke; Wilhelm von Orange.“ Das ist genau der
Vorwurf unseres Gediehtes, und so muß Scheffel entweder von dem
Bilcle angeregt sein — der Schrank scheint um 1860 hergestellt —
oder, mir wahrscheinlicher, seinerseits die Vorwürfe für die Bilder
angegeben haben, deren drittes den Bischof Pilgrim von Passau dar-
stellt, wie er durch seinen Schreiber Konrad das Nibelungenlied auf-
zeichnen läßt.
Reinmar der Alte (S. 47 ff.).

S. 47. Herbſtſchwermut. Das Gedicht ist, besonders auch in
seinen Schlußversen, ein Nachklang von Reinmars Lied:
„Ich hàn hundert tüsent herze erlôst
von sorgen, alse frô was ich.
wé ja was ich al der werlte trôst“ usw.
Gedhruckt in F. H. v. der Hagens „Minnesingern“, Bd. 1, S. 189
(Leipzig 1838), und in „Des Minnesangs Frühling“, herausgegeben
von Fr. Vogt, 184,31. (Leipzig 1914), unmittelbar hinter dem von
Scheffel übersetzten Liede: „Ich sach vil wunnechchen stan“,
Bd. 1 dieser Ausgabe, S. 269.

Berlt der junge (S. 52 ff.).
Den Namen für diese von ihm erfundene Gestalt nahm
Scheffel gewiß aus Friedrich Ködiz von Salfelds Übertragung des
„Lebens des heiligen Ludwig, Landgrafen in Thüringen, Gemahls der
heil. Elisabeth“ (herausgegeben von H. Rückert, Leipzig 1851), wo
tier Kaplan des Landgrafen und Verfasser der Lebensgeschichte
Berlt genannt wird. “”
S. 54. Des Meiſters Geheimnis. Über das zarte Verhältnis,
tlas diesen Liedern zugrunde liegt, hat W. Kremser, S. 39 ff., nach
einem Notizbuche aus dem Nachlaß des Dichters einige Mitteilungen
gemacht. In jenen Aufzeichnungen, die, wie es scheint, für den
Wartburgroman bestimmt waren, bezeichnet Scheffel sich als Gwalter
von der Vogelweyd, jene Französin aber, die er in Brestenberg kennen
und lieben gelernt hatte, als Frau Ermessiud. Das Verhältnis liegt
auch dem Gedichte „Erinnerung“ in den „Nachgelassenen Dich-
tungen“, Bd. 1I dieser Ausgabe, S. 270, zugrunde.
Jene Aufzeichnungen spiegeln sich sehr treu in unseren Liedern
wider, vgl. zum Schlusse von Str. 5 die Bemerkung unter dem
16. März 1861 nach dem Abschied von Frau Ermessind: Und bin
endlich. aus dem Schloßhof entritten.. ein regelwidriger Mann
zu Pferd, denn des Roſſes Haupt war gen Norden gekehrt, des Reiters
Haupt gen Süden. Zu Str. 6 vgl. besonders die Aufzeichnungen
vom 15. März: Item ſo hab ich zu Heil und Unheil noch desſelbigen
Morgens die edel Frau Ermeſſind in einem niegeſchauten, knapp
und freudig anliegenden Morgengewand über den Gang rauſchend
erſehen — und bin vor ihren Blikken ſtill geſtanden wie ein Verzau⸗


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