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488 Anmerkungen des Herausgehers.
berter. Auch zu Str. 2 des „Kirchgangs“ (S8. 57k.): Ja, dein Aug
iſt neine Sonne wie zu der Keudkeutung im „Fingerhut“ (S. 58f.)
und den Schlußversen dieses Gedichtes findet sich in jenen Auf-
zeichnungen bei Kremser, S. 42, deutlicher Ankalt.
Daß auch die dem Heinrich von Ofterdingen zugewiesenen
I.icder „Sreabendrot“”“ (S. 123), „Papegan“ (S. 124) und „Christ-
nacht“ (S. 128) diesem Verhaltnisse entsprungen sind, bemerkt
S. 56. Wintertroſt. Die Schlußverse führt Scheffel in einem
Briefe an Eerrn von Arnswahl vom zy. Mai 1S61 an ([Proelß¹, S. 569).
Biterolf (S. Goff.).
S. 65. Die Erſcheinung. Das Geclicht ist gewiß angeregt durch
ein bekanntes Lied W'althers von der Vogelweide: „Si wunder wol
gemachet wip“ usw. (Lachmann s3,esm.).
S. 67. Der Nennſtieg. Scheffel hat den Rennstieg zuerst 1857
hbewandert und damals schon REindrücke empfangen, die im Gedichte
deutlich nachklingen; vgl. den Brief an Schwanitz vom 19. März
1858 (Schwanitz, S. 220): Rachmittag und Abend auf dem alten Roenn⸗
ſteig, der mir als einſamer, lang ſich gleichbleibender, nur vom Gekreiſch
ſtreichender Bögel und dem Windesrauſchen in den Bäumen unter⸗
broͤchener Wald- und Gebirgsweg einen bleibenden Eindruck machte.
Im Skizzenbuch ſieht noch ein Punkt verzeichnet: vorne niederer
Wald, im Hintergrund weite Vergausſicht auf den kahlen Ruppberg
bei Mehlis und in die Ferne dis zum hoben Dolmar bei Meiningen...
es war ein herzſtärkender Gang.
Der Mönch von Banth (8. 7 fl.).
S. 74. Bericht vom Meerdrachen. Zu dem Gedichte ward
Scheffel natürlich durch die Betrachtung der paläontologischen
Sammlung in Banz bei seinem dortigen Aufenthalte im Sommer
18 59 angeregt. Für die Rrzählung aber von der Auffindung des Un-
tiers bot ihm, wie ich glauben möchte, die Anregung eine Bemerkung
des für die geologischen Lieder des „Gaudeamus“ benutzten Cuvier.
In den „Recherches sur les ossements fossiles“ bemerkt dieser
Bd. 10, S. 398 (4. Aufl., Paris 1836) bei Besprechung des Ichthyo-
saurus folgendes: „Il y en a aussi en Allemagne, et notamment dans
ces carrières de marbre gris, des environs d'Altorf Scheuchzer,
se promenant un jour dans les environs A'Altorf avec son ami
Langhans, alla faire des-recherches au pied du gibet. Langhans,
qui avait pénétré dans l'enceinte, trouva parmi les pierres un mor-
ceau de marbre cendré, qui contenait huit vertèbres dorsales teintes
en noir et d'un aspect brilant; saisi!, dit toujours Scheuchzer,
d'une terreur panique', Langhans jetta cette pierre par-dessus
le mur, et Scheuchzer, l'ayant ramassée, en garda deux vertèbres,
1 Bei Cuvier gesperrt.
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