Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 496
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0496
496 Anmerkungen des Herausgehers.

zeigen kann, wie eingehend auch hier des Dichters geschichtliche
Vorstudien waren. Der Satz S. 405, Z. 7: im Schwarzwald klang die
Art, und viel Flöße kamen rheinab geſchwommen, Kahn und Brücken-
bolz zum Rheinübergang zu beſchaffen ist die anmutige Übersetzung
zweier Verse aus des Apollinaris Sidonius Panegyricus auf Avitus:
C'"cidit cito secta bipenni Hereynia in lintres et Rhenum texuit alno,
wie Nebis Urteil über die IHIunnenschlacht S. 406, Z. 32: das war
das Argſte, ſeit die Welt ſteht und bis ſie wieder untergeht der Bemer-
kung des Jordanes: belliem atrox, multiplex, immane, pertinor, cui
simile nulla asααι nrrat antiquitas entspricht. Beide Stellen aber
las Scheffel, wie ich denke, in Eduard Gibbons „Geschichte des
Verfalls und Untergangs des Römischen Reichs“ (übersetzt von
K. G. Schreiter, Bd. 8, S. 236 und 250, Frankfurt und Leipzig 1802),
deren Spuren sich auch sonst in der Novelle finden.
S. 410. Die Inschrift auf dem Schwertgriff (Z. 10) stammt aus Tibulls
„Blegien“ I, 16.

—— — —— —

Juniperus (S. 413—483).

S. 414. Den „altschwäbischen Gedenkspruch“ hat F. Pfeiffer
in seiner „Germania“, Bd. 6, S. 109, aus einer Handschrift der
Wwiener Hofbibliothek mitgeteilt, auf deren letztes Blatt eine Hand
des 13. Jahrhunderts ihn eingetragen hat.
S. 415. Uber die äußeren Bindrücke, aus denen der, „Juniperus“
erwuchs, hat Scheffel Frau v. Freydorf Nüheres erzühlt. Er iſt, sagte
er ihr („Jahrbuch“ 1897, S. 5), eine Frucht meiner Wanderungen von
Donaueſchingen hinunter an den Rhein. Brei⸗ bis viermal wurde
ich von dem Fürſten nach dem Kloſter Rheinau entſandt, um Urkunden
aufzunehmen. Er war von der Revolutionszeit her mit den Benedik⸗
tinermönchen befreundet und hatte damals ihre reiche Sammlung
kennengelernt; da nahm ich meiſt in Schaffhauſen ein Boot, ruderte
hin, ſprang geradwegs in die Vorballe des Kloſters und war oft tage-
lang auch einer, der im Sceriptorium alte Schriften abſchreibt und
Siegel nachformt, dafür aber auch an des Abtes Tafel mit benedicite
und laudate dominum den herzſtärkenden, goldgelben Korbwein trin—
ken durfte. Auch im Wutach-, im Gauchachtale war ich tagelang
auf einſamer Wanderung im Sturmbrauſen noch märzenkahlen Wal⸗
des, dort an einer Mühle hab' ich den ganzen Narrentanz mit angeſehen
und bei ernſter Keilerei den luſtigen Ruf Narrò, Narrò im Echo wieder⸗-
tönen hören. — Von Scheffels Besuchen in Rheinau gibt auch die
Epistel aus Donaueschingen, unten, Bd. 4, S. 469 ff., lustiges Zeugnis.
S. 425 ff. Quelle für alle Angaben über das Heilige Land und die
Kämpfe dort ist die für den „Viola“-Roman damals vom Dichter
eifrig studierte „Geschichte der Kreuzzüge“ von Friedrich Wilken
(besonders Bd. 4, Leipzig 1826) und für Einzelheiten der Kämpfe
um Akkon „Des Landgrafen Ludwigs des Frommen Kreuzfahrt“,
herausg. von F. H. v. d. Hagen (Leipzig 1854).


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