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teriſch geſtaltet haben ſoll. Von da aus lag die Beſchäftigung mit
dem gleichzeitig entſtandenen Walthariliede um ſo näher, als eine
gerade 1853 erſchienene Überſetzung und Erläuterung des Liedes
durch San Marte weitere Anregung bot. Scheffel machte in
ſeiner Weiſe ſich mit dem Gedichte zu ſchaffen, indem er — ge—
wiß auch angeregt durch Guſtav Schwabs Bearbeitung in Nibe-
lungenſtrophen — das Gedicht in Nibelungenverſe übertrug.
„An langen Winterabenden“, ſagt uns der Schluß des 23. Ekke-⸗
hard-Kapitels, ward die Umdichtung vorgenommen, d. h. alſo im
Winter 1853/54. Über die Entſtehungsgeſchichte des Liedes aber,
an dem zwei Ekkeharde tätig geweſen ſind, geben eben die „Casus
Sancti Galli“ näh ere Auskunft. So mußte die Beſchäftigung mit
dem Liede gerade auf die Ekkehard-Kapitel der Chronik führen.
Und mit Rückſicht auf dieſe Veranlaſſung iſt es offenbar geſagt,
wenn Scheffel in Briefen aus dem Fahre 1855 wiederholt ver—
ſichert, ſein Hauptproblem im „Ekkehard“ ſei geweſen, wie und
unter welchen Umſtänden ein Mann im 10. Jahrhundert dazu
komme, epiſcher Dichter zu werden.
Aber wir begreifen natürlich auch aus inneren Gründen, daß
Scheffels Wahl gerade auf die im 90. Kapitel erzählte Handlung
fiel. Hier war ein ſeeliſcher Widerſtreit angedeutet, eine ge—
wiſſe „Zerriſſenheit“ in den beiden Hauptperſonen, wie ſie einem
Dichter gerade der Zeit des auskkngenden „Jungen Deutſchlands“
anziehend erſcheinen mochte. Mit dieſer Handlung war weiter
die Möglichkeit gegeben, außer dem Leben in den engen Kloſter-
mauern die buntere Welt draußen zu ſchildern. Hier allein faſt
war unter die vielen Männergeſtalten der Mönchschronik eine
Frau geſtellt, und zwar eine Frau von höchſter Eigenart; ihr
Bild war dem Dichter zudem längſt aus der Skizze geläufig, die
Bader im erſten Jahrgange ſeiner „Badenia“ entworfen hatte,
der Scheffel für den Aufſatz über die Hauenſteiner als ausgiebig
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benutzte Vorarbeit gedient hatte. Zugleich war ihm der Boden,
auf dem die Geſchichte ſpielt, durch Familienerinnerungen von
Jugend auf vertraut und geweiht; ſtammte doch die geliebte
Großmutter, die feſſelnde Erzählerin, aus Rielaſingen, das in
unmittelbarer Nähe des Hohentwiel gelegen iſt.
Im Vorworte des Romans hat Scheffel geſchildert, wie das
Studium dieſes Geſchichtswerkes den Dichter in ihm weckte.
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