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5. Ekkehards Auszug. 95
ſchlachtet, damit ſeine Fiſchzüge mit Felchen, Forellen und
Braxmannen geſegnet würden, und die Rugmänner hatten
nach kaiſerlicher Verordnung ſolch heidniſch Rückerinnern
geahndet.
„Seid vernünftig, alter Freund“, ſprach Ekkehard, „und
vergeſſet den Allmann. Ich will Euch ein gut Teil Eures
Schillings geben, ſo Ihr mich überſetzet.“
„Was ich rede“, ſprach der Alte, „ſoll ſich nicht dre⸗
hen laſſen wie ein Ring am Finger. Ich fahre keinen von
euch. Mein Bub kann's tun, wenn er will.“
Er pfiff durch die Finger, da kam ſein Bub, ein hoch
ſtämmiger Ferge, der führte Ekkehard hinüber.
Wie ſie das Schifflein angelegt, ging Ekkehard dem Klo⸗
ſter zu, das zwiſchen Obſtbäumen und Rebhügeln verſteckt
inmitten des Eilandes aufgebaut ſteht. Es war die Zeit
des Spätherbſtes, alt und jung auf der Inſel mit der Wein-
leſe beſchäftigt, da und dort hob ſich die Kapuze eines die-
nenden Bruders dunkel vom rotgelben Reblaub ab. Auf
der Hochwarte ſtanden die Bäter der Inſel truppweiſe
beiſammen und ergötzten ſich am Getrieb der trauben-
ſammelnden Leute; ſie hatten unter Umtragung eines
mächtigen Marmorgefäßes, das für einen Krug von der
kananäiſchen Hochzeit galt, die Einſegnung des neuen Wei-
nes*“ abgehalten. Fröhlicher Zuruf und fernes Zauchzen
klang aus den Rebbergen.
Unbemerkt kam Ekkehard zum Kloſter, auf wenig
Schritte war er ihm genaht, da erſt ragte der ſchwerfällige
Turm mit ſeinen Vorhallen, deren Rundbogen abwech-
ſelnd mit grauen und roten Sandſteinquadern geſchmückt
ſind, vor ihm auf. .
Im Kloſterhof war alles ſtumm und ſtill. Ein großer
Hund wedelte am fremden Gaſt hinauf, ohne Laut zu
geben, er bellte keine Kutte an; die Einwohner alleſamt
hatte der linde Herbſttag hinausgelockt“.
Da trat Ekkehard in die gewölbte Fremdenſtube am Ein⸗
gang. Auch des Pförtners Gelaß nebenan war leer. Offene
Fäſſer ſtanden aufgepflanzt, manche ſchon mit ſüßem
Moſte gefüllt. Hinter ihnen war ein ſteinern Bänklein an
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