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112 Ekkehard.

Flüchtig zuckte i in Ekkehard der Gedanke: „Soll hier ein
Spiel mit mir geſpielt werden?“ aber die Herzogin rief
ſcherzend:
„Ihr ſeid mit gleicher Münze bezahlt. Habt Ihr vor
drei Tagen die Herzogin in Schwaben nicht anders als ge—
tragen über des heiligen Gallus Schwelle kommen laſſen,
ſo war's billig, daß auch ſie den Mann von Sankt Gallen
in ihr Schloß tragen ließ.“
Und Herr Spazzo ſchüttelte ihm nochmals die Hand und
ſprach: „Nichts für ungut, es war ſtrenger Befehl ſo!“ —
Er hatte erſt den Überfall befehligt und wirkte itzt zum herz⸗
lichen Empfang, beides mit gleich unveränderter, gewich—
tiger Miene, denn ein Kämmerer muß gewandt ſein und
auch das Widerſprechende in Form zu bringen wiſſen.
Ekkehard lächelte: „Für einen Scherz“, ſagte er, „habt
Ihr's recht ernſthaft ausgeführt.“ Er gedachte dabei ins-
beſondere, wie ihm einer der Reitersmänner, da ſie ihn in
die Sänfte warfen, mit erzbeſchlagenem Lanzenſchaft
einen ſchweren Stoß in die Seite verſetzt. Das ſtand frei⸗-
lich nicht in der Herzogin Befehl, aber der Reitknecht war
ſchon unter Luitfried, des Kammerboten Neffen, dabei
geweſen, wie ſie den Biſchof Salomo einſtmals nieder-
warfen, und hatte ſich von dazumal die irrige Meinung
eingeprägt, bei Niederwerfung geiſtlicher Herren gehöre
ein feſter Fauſtſchlag, Stoß oder Fußtritt unumgänglich
zum Landbrauch ¹.
Zeetzt führte Frau Hadwig ihren Gaſt an der Hand durch
den Schloßhof und wies ihm ihre luftige Behauſung und
die ſtolze Fernſicht nach Bodenſee und Alpenkuppen, und
der Burg Leute baten um ſeinen Segen — auch die Reit-
knechte kamen und die Träger der Sänfte, und er ſegnete
ſie alle.
Dann geleitete ihn die Herzogin bis an den Eingang.
Ein Bad war ihm zurechtgemacht's und friſche Gewan—
dung / bereitet; ſie hieß ihn ſich pflegen und ausruhen, und

Ekkehard war fröhlich und guter Dinge nach leicht erſtan⸗-

dener Gefahr...
In der Nacht, die jenem Tage folgte, trug ſich's i im

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