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7. Birgilius auf dem hohen Twiel. 113

Kloſter Sankt Gallen zu, daß Romeias, der Wächter, ohn'
allen Anlaß von ſeiner Matte auffuhr und grimmig in ſein
Horn ſtieß, ſo daß die Hunde im Kloſterhof anſchlugen und
alles wach wurde und zuſammenlief — und war doch weit
5 und breit niemand, der Einlaß begehrte. Der Abt ſchrieb's
auf Rechnung böſer Geiſter, ließ aber zugleich des Romeias
Beſpertrunk ſechs Tage lang auf die Hälfte herabſetzen, —
eine Maßregel, die jedoch auf Vorausſetzung eines gänzlich
unrichtigen Grundes beruhte.

10 Siebentes Kapitel.
Virgilius auf dem hohen Twiel.

Wenn einer ſeine Überſiedlung an neuen Wohnſitz
glücklich bewerkſtelligt hat, dann iſt's ein anmutig und rei-
zend Geſchäft, ſich wohnlich einzurichten.
15 Iſt auch gar nicht ſo gleichgültig, in was Stube und
Umgebung einer hauſt, und weſſen Fenſter auf die Heer—
ſtraße zielen, wo die Laſtwagen fahren und die Steine
geklopft werden, bei dem halten ſicherlich mehr graue und
verſtäubte als buntfarbige Gedanken Einkehr.
20 Darüber hatte ſich nun Ekkehard keine Sorge zu
machen, denn die Herzogsburg auf dem Twiel lag luftig
und hoch und einſam, — aber ganz zufrieden war er auch
nicht, als ihm Frau Hadwig tags nach ſeiner Ankunft ſei⸗
nen Wohnſitz anwies.
25 Es war ein groß luftig Gemach mit ſäulendurchteiltem
Rundbogenfenſter, aber an demſelben Gang gelegen, an
den auch der Herzogin Saal und Zimmer ſtießen. Der
Eindruck, den einer aus abgeſchiedener Kloſterzelle mit—
nimmt, läßt ſich nicht über Nacht verwiſchen. Und Elkehard
z0 gedachte, wie er oftmals möge von ſeiner Betrachtung ab—
gezogen werden, wenn geharniſchter Fußtritt und Sporen-
klang oder leiſes Huſchen dienender Mägde an ſeiner Tür
vorüberſtreife, oder wenn er ſie ſelber, die Herrin der Burg,
möge einhergehen hören — unhefangen wandte er ſich an
35 Frau Hadwig: „Ich hab' ein Anliegen, hohe Frau!“
Scheffel. III.


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