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8. Audifax. 127
wie fliegende Funken; wenn ich übers Feld geh', ſo hör'
ich's unter meinen Füßen rieſeln, als flöſſe ein Quell unten;
wenn ich am Fels ſteh', ſo ſehe ich durchs Geſtein, da ziehen
viel Arme und Adern hinunter, und drunten hämmert's
und pocht's, das müſſen die Zwerge ſein, von denen der
Großvater erzählt hat, und von ganz unten leuchtet ein
glühroter Schein empor ... Hadumoth, ich muß einen
großen Schatz finden, und weil ich ihn nicht finden kann,
drum weine ich.“
Hadumoth ſchlug ein Kreuz. „Dir iſt was angetan wor⸗-
den“, ſprach ſie. „Du haſt nach Sonnenuntergang auf dem
Boden geſchlafen, da hat einer der Unterirdiſchen Macht
über dich bekommen.. Wart', ich weiß dir was Beſſeres
als Weinen.“
Sie ſprang den Berg hinauf, in kurzem kam ſie wieder
herab und hatte ein Töpflein mit Waſſer und ein Stück—
lein Seife, das ihr Praxedis einſt geſchenkt, und etliche
Strohhalme. Und ſie ſchlug einen hellen Schaum auf,
nahm ſich einen Halm, gab dem Audifax einen und ſprach:
„Laß uns mit Seiſenblaſen ſpielen wie ehedem. Weißt
du noch, wie wir beiſammen ſaßen und um die Wette
geblaſen haben, und zuletzt konnten wir's ſo ſchön, daß
ſie groß und farbig übers Tal flogen und glänzten wie
ein Regenbogen, und 's war ſchier zum Weinen, wenn ſie
platzten ..“
Audifax hatte ſchweigend den Strohhalm genommen,
duftig wie Tautropfen hing der Seifenſchaum am Ende,
er hielt ihn in die Luft hinaus, die Sonne glänzte drauf.
„Weißt du auch, Audifax“, fuhr die Hirtin fort, „was
du einmal geſagt haſt, wie wir unſern Schaum verblaſen
hatten und es war Abend und Nacht geworden, und die
Sterne zogen am Himmel auf? Das ſind auch Seifenbla⸗
ſen, haſt du geſagt, der liebe Gott ſitzt auf einem hohen
Berge, der bläſt ſie und kann's beſſer als wir..“
„Das weiß ich nicht mehr“, ſprach Audifax.
Er neigte ſein Haupt zur Bruſt herab und fing wiederum
an zu weinen. „Wie muß ich's anfangen, daß ich den
Schatz gewinne?“ klagte er.
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