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8. Audifax. 131
und gedachte der Art, wie er auf dem hohen Twiel ein-
geführt worden. „Hat dir's jemand eingegeben“, fragte
er, „daß du ſo zu mir redeſt?“
„Ja.“
„Wer?“
Da fing Audifax an zu weinen: „Hadumoth!“ ſprach er.
Ekkehard verſtand ihn nicht.
„Wer iſt Hadumoth?“
„Die Ganshirtin“, ſprach der Knabe ſchluchzend.
„Du redeſt Torheit, geh deiner Wege...“
Aber Audifax ging nicht.
„Ihr ſollt mir's nicht umſonſt geben“, ſagte er, yich
will Euch was Schönes zeigen. Es müſſen viele Schätze
im Berg ſein, ich weiß einen, der iſt aber nicht der rechte.
Ich möcht' den rechten finden.“
Ekkehard ward aufmerkſam: „ Zeig mir, was du weißt!“
Audifax deutete bergabwärts. Da ging Ekkehard mit ihm
zum Burghof hinaus und die Stufen des Burgwegs
hinunter; auf des Berges Rückſeite, wo der Blick zu des
hohen Stoffeln tannigem Haupt hinüberſtreift und zum
hohen Höwen, bog Audifax vom Weg ab, ſie gingen durchs
Gebüſch, kahl, in verwittertem Grau ſtrebte die Felswand
vor ihnen zur Himmelsbläue empor.
Audifax bog einen Strauch zurück und riß das Moos
auf; in dem grauen Klingſtein, der des Berges Kern iſt,
ward eine gelbe Ader ſichtbar; in eines Fingers Breite
zog ſie durchs Geſtein. — Audifax löſte ein Stück ab, ver-
ſteinten Tropfen gleich ſaß der eingeſprengte Stoff in der
Spalte, ſtrahlend, rundlich, goldgelb, und in weißrötlicher
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Druſe hafteten Opalkriſtalle.
Prüfend ſah Ekkehard auf das abgelöſte Stück. Der
Stein war ihm fremd. Edelſtein war's nicht; die gelehr⸗
ten Männer haben ihn ſpäter Natrolith getauft.
„Seht Fhr, daß ich etwas weiß!“ ſprach Audifax.
„Was ſoll ich damit?“ fragte Ekkehard.
„Das wißt Ihr beſſer als ich, Ihr könnt's ſchleifen laſſen
und Eure großen Bücher damit verzieren — gebt Ihr mir
jetzt den Zauber?“
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