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156 Ektehard.
„ Die Büffel ſchaffen auch den ganzen Tag“, hätte Pra⸗
xedis ſchier erwidert, aber in dieſem Falle begnügte ſie
ſich damit, es gedacht zu haben.
Ekkehard war unbefangen. Es fiel ihm nicht ein, daß
er der Herzogin ungeeignet geantwortet. Er hatte wirk⸗
lich an das Gleichnis der Schrift gedacht und überſehen,
daß es dem leiſen Ausdruck einer Zuneigung gegenüber
nicht zweckmäßig iſt, die Schrift anzuführen. Er verehrte
die Herzogin, aber mehr als den verkörperten Begriff der
Hoheit, denn als Frau. Daß Hohes Anbetung fordert,
war ihm nicht eingefallen, noch weniger, daß auch die
höchſte Erſcheinung oft mit einfacher Liebe zufrieden iſt.
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Frau Hadwigs üble Laune nahm er wahr. Er begnügte
ſich, ſeine Wahrnehmung in dem allgemeinen Satz nie—
derzulegen, daß der Umgang mit einer Herzogin ſchwie⸗
riger ſei als der mit Ordensbrüdern nach der Regel des
heiligen Benedikt. Aus Vincentius' nachgelaſſenen Bü—
chern ſtudierte er die Briefe des Apoſtels Paulus. Herr
Spazzo ging in jener Zeit hochmütiger an ihm vorüber
denn früher.
Frau Hadwig fand, daß es beſſer ſei, ins frühere
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Geleis zurückzukehren. „Es war doch ein mächtiger Anblick“,
ſprach ſie eines Tages zu Ekkehard, „wie wir vom hohen
Krähen nach den Schneegebirgen ſchauten. Kennt Ihr
aber das Hohentwieler Wetterzeichen? Wenn die Alpen
recht klar und nah am Himmel ſich abzeichnen, ſchlägt die
Witterung um. Es ſind wirklich ſchlechte Tage darauf ge⸗
folgt. Wir wollen wieder Virgilius leſen.“
Daoa holte Ekkehard vergnügt ſeinen ſchweren metall-
beſchlagenen Virgilius und ſie ſetzten die Studien fort.
Er erklärte den Frauen der AÄneide zweites Buch, den
Fall der hohen Troja, das hölzerne Pferd und Simons
Liſt und Laokoons bittres Verderben, den nächtlichen
Kampf, Caſſandras Geſchick und Priamus' Tod, die Flucht
mit dem greiſen Anchiſes.
WMit ſichtbarer Teilnahme lauſchte Frau Hadwig der
ſpannenden Erzählung. Nur mit dem Verſchwinden von
Aneas' Ehegemahlin Kreuſa war ſie nicht ganz zufrieden.
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