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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke3/0175
174 Ekkehard.

„Ektehard!“ rief ihm Frau Hadwig nach, „Ihr ſollt

nicht gehen. Ihr ſollt mit Eurem Wiſſen der Heimat
dienen; und was Ihr noch nicht wißt, ſollt Ihr lernen.
Ich will Euch zu einem ſchicken, der weiß Beſcheid i in ſol⸗
chen Dingen, wenn er noch lebt. Wollt Ihr meinen Auf⸗
trag beſtellen?“
Ekkehard hatte ſich umgewandt. „Ich war noch nie
ſäumig, meiner Herrin zu dienen“, ſprach er.
„Ihr dürft aber nicht erſchrecken, wenn er Euch ſpröd
und rauh anläßt, er hat viel Unbill erfahren von früheren
Geſchlechtern, die heutigen kennen ihn nicht mehr. Dürft
auch nicht erſchrecken, wenn er Euch gar alt und fett er—
ſcheint.“

Er hatte aufmerkſam zugehört: „Ich verſtehe Euch

nicht ganz .
„Tut nichts“, ſprach die Herzogin. „Ihr ſollt morgen

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nach dem Sipplinger Hof hinüber, drüben am Überlinger

See, wo die Felswand ſich ſteil in die Flut herabſenkt,
iſt aus alten Zeiten allerhand Gelaß zu menſchlicher Woh—
nung in den Stein gehauen. Wenn Ihr den Rauch eines
Herdfeuers aus dem Berg aufſteigen ſehet, ſo geht hin—
auf. Dort findet Ihr, den ich meine, redet mit ihm von
wegen der Hunnen ..“
„Zu wem ſendet mich meine Herrin?“ fragte Ekkehard
geſpannt.
„Zum Alten in der Heidenhöhle“, ſagte Frau Hadwig.
„Man weiß hierlands keinen andern Namen von ihm.
Aber halt!“ fuhr ſie fort, „ich muß Euch auch das Wort
mitgeben für den Fall, daß er den Einlaß weigert.“
Sie ging zu ihrem Schrank und ſtöberte unter Schmuck
und Gerätſchaften; dann brachte ſie ein Schiefertäflein,

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drauf ſtanden etliche Buchſtaben gekritzelt: „Das ſollt Ihr

zu ihm ſagen und einen Gruß von mir.“
Ekkehard las. Es waren die zwei unverſtändlichen la⸗
teiniſchen Worte: „Neque enim!“ ſonſt nichts. „Das hat
keinen Sinn“, ſprach er.
„Lut nichts“, ſagte Frau Hadwig, „der Alte weiß,
was es ihm bedeutet..“

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