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186 Ektehard.
„Es ſteht geſchrieben: ein Biſchof muß tadellos ſein“,
ſprach er in Rauchings Ton, — „das für den Nordmänner-⸗
Frieden! das für der Kaiſerin Richardis Verführung,
neque enim! Das für den Reichstag zu Tribur, das für
Arnulfs Kaiſerwahl! neque enim!!“
Die Höhle widerhallte vom dumpfen Klang; feſt ſtand
das Steinbild im Hagel der Schläge, dem Alten ward's
leicht und leichter, er hieb ſich warm am alten Haß, der
ihm ſeit Fahren ein dürftig Leben friſtete.
Ekkehard verſtand den Hergang nicht ganz. Es ward
ihm unheimlich. Er empfahl ſich und ging.
„Habt wohl ſchöne Kurzweil gefunden beim alten
Narren droben“, ſprach der Meier von Sernatingen zu
ihm, da er ſein Roß geſattelt vorführte: „vermeint er
irmmer noch, er hab' eine Krone verſpielt und ein Reich?
Ha halsꝛ!“
Ekkehard ritt von dannen. Im Buchwald ſproßte das
junge Grün des nahenden Frühlings. Ein jugendlicher
Mönch aus der Reichenau ging desſelben Weges. Keck,
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wie Waffenklirren, tönte ſein Sang durch die Waldein- 2
ſamkeit:
„O tapfre junge Landeskraft, nun halt' dich brav!
Mit Wächterruf und Feldgeſchrei verſcheuch' den Schlaf,
Und mach die Rund' zu jeder Stund' um Tor und Turm!
Der Feind iſt klug und ſchleicht mit Trug heran zum Sturm.
Von Wall und Zinnen ſchalle laut dein: Halt! Werda!
Das Echo widerhalle: eia vigila¹3!!“
Es war das Lied, das die Nachtwachen zu Mutina in
Welſchland ſangen, da der Hunnen Heer vor der Biſchofs⸗
ſtadt lag. Der Mönch hatte ſelber vor drei Fahren dort 2
Schildwache geſtanden am Tor des heiligen Geminianus
und kannte das Ziſchen der hunniſchen Pfeile: wenn die
Ahnung neuen Kampfes durch die Luft zieht, fallen einem
die alten Lieder wieder ein. —
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