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12. Der Hunnen Heranzug. 189
Freundin in der Seele wach rief. Dort an der Land—
zunge ein paar Schiffe verſenkt, hier am Hafenplatz des-
gleichen, — und mit den langen Brandröhren den Ufer-
platz beſtrichen: hei, wie würden ſie auseinanderſtieben,
wenn's durch die Luft flöge wie ein feuriger Drache und
ſeinen Naphthabrandregen ausſprühte! Aber was weiß
euer einer von griechiſchem Feuer'ss?! O Kedrenos,
Feuerwerker Kedrenos!“
Ekkehard war ins Kloſter eingetreten. Er fragte nach
dem Abt. Ein dienender Bruder wies ihm deſſen Ge—
mächer. Er war nicht drinnen und auch anderwärts nicht
zu finden.
„Er wird in der Rüſtkammer ſein“, ſprach ein Mönch
im Vorübergehen zu ihnen. Da führte der dienende Bru⸗-
der Ekkehard in die Rüſtkammer; ſie war auf dem hohen
Kloſterſpeicher, viel Harniſch und Gewaffen lag droben
aufgehäuft, mit denen das Kloſter ſeine Kriegsleute zum
Heerbann ausſtattete.
Abt Wazmann ſtand drin, eine Staubwolke verhüllte
ihn dem Blick der Eintretenden, er hatte die Rüſtungen
von den Wänden abnehmen laſſen und gemuſtert. Staub
und Roſt waren Zeuge, daß ſie lange Ruhe gehabt. Beim
Muſtern hatte der Abt ſchon an ſich ſelber gedacht; ſein
Obergewand lag ausgezogen vor ihm, der blonde Kloſter⸗
ſchüler hatte ihm einen Ringpanzer umgeworfen, er reckte
ſeine Arme, ob er ihm feſt und bequemlich ſitze.
„Tretet näher!“ rief er Ekkehard zu, „andere Zeiten,
anderer Empfang!“
Ekkehard teilte ihm der Herzogin Aufforderung mit.
„Ich hätt' ſelber auf dem hohen Twiel drum nach—
geſucht, wenn Ihr nicht gekommen wäret“, ſprach der Abt.
Er hatte ein langes Schwert ergriffen und ſchlug einen
Lufthieb, daß Ekkehard etliche Schritte zurückwich; dem
ſcharfen Pfeifen der Luft war zu entnehmen, daß es nicht
der erſte, den er in ſeinem Leben führte.
„s wird Ernſt“, ſprach er. „Zu Altdorf im Schuſſen-
tal ſind ſie ſchon eingekehrt; bald wird ſich die Flamme
von Lindau im See ſpiegeln. Wollt Ihr Euch auch einen
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