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198 Ekkehard.
Meßbuch abgeſchrieben, da flog ihm der Schreibkrampf
in die Finger.“
Ekkehard ſchritt auf dem rechten Flügel; wie ſie an
der Herzogin vorüberkamen, traf ihn ein Blick aus den
leuchtenden Augen, der kaum der ganzen Schar gegolten.
In drei Haufen folgten die Dienſtmannen und auf—
gebotenen Heerbannleute; mächtige Stierhörner wurden
geblaſen, ſeltſam Rüſtzeug kam zum Vorſchein, manch ein
Waffenſtück war ſchon in den Feldzügen des großen Kai⸗
ſer Karl eingeweiht worden, mancher aber trug auch einen
mächtigen Knittel und ſonſt nichts.
Herr Spazzo hatte indes ſcharfen Auges in das Tal
hinuntergeſchaut. „'s iſt gut, daß wir gerade beiſammen
ſind, ich glaub','s gibt Arbeit!“ ſprach er und deutete hin⸗
über in die Tiefe, wo die Dächer des Weilers Hilzingen
hinter hügeligen Gründen auffſtiegen. Ein dunkler Streif
zog ſich heran ... Da hieß Herr Simon Bardo ſeine
Geerſchar halten und ſpähte nach der Richtung: „Das ſind
keine Hunnen, ſie kommen unberitten“. Zu größerer Für⸗
ſicht aber hieß er ſeine Bogenſchützen den Abhang des:
Berges beſetzen.
Aber wie der fremde Zug näher rückte, ward auch in
ihren Reihen des heiligen Benedikt Ordensgewand ſicht—
bar, ein gülden Kreuz ragte als Standarte aus den Lan—
zen, Kyrie eleison! flang ihre Litanei den Berg herauf...
„Meine Brüder!“ rief Ekkehard, da löſten ſich die Glieder
der Reichenauer Kohorte, ſie rannten den Berg hinunter
mit ſtürmiſchem Jubelſchrei — wie ſie aneinander waren,
überall freudiges Umarmen: Wiederſehen in Stunde der
Gefahr ringt dem Herzen ein fröhlicher Jauchzen ab denn
ſonſt.
Arpwm in Arm mit den Reichenauern ſtiegen die frem—
den Gäſte den Berg empor, ihren Abt Cralo an der Spitze;
auf ſchwerfälligem Ochſenwagen in der Nachhut führten
ſie den blinden Thieto mit. „Gott zum Gruß, erlauchte
Frau Baſe“, ſprach Abt Cralo und neigte ſich vor ihr;
„wer hätt' vor eines halben Fahres Friſt gedacht, daß ich
mit dem geſamten Kloſter Guren Beſuch erwidern würde?
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