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224 Ekkehard.
Vierzehntes Kapitel.
Die Hunnenſchlacht.
Karfreitagmorgen war angebrochen. Des Erlöſers
Todestag ward heute auf dem hohen Twiel nicht in der
ſtillen Weiſe begangen, wie es der Kirche Vorſchrift
heiſchte. Des alten Moengal Ankunft hatte alle Zweifel
gelöſt, ob der Feind herannahe; noch in ſpäter Nacht
hatten ſie Kriegsrat gehalten und waren eins geworden,
den Hunnen entgegenzurücken und ſie in offenem Feld—
ſtreit zu beſtehen.
Trüb ging die Sonne auf, bald war ſie wieder ver—
hüllt. Sturmwind zog übers Land und jagte das Gewölk,
daß es ſich über den fernen Bodenſee niederſenkte, als
wenn Waſſer und Luft eins werden wollten. Dann und
wann ſchlug ein Sonnenſtrahl durch; es war des Früh—
lings noch unentſchiedener Kampf mit des Winters Ge—
walten. Die Männer hatten ſich vom Lager erhoben und
rüſteten zu des ernſten Tages Arbeit.
In ſeiner Turmſtube ging Ekkehard ſchweigſam auf
und nieder, die Hände zum Gebet gefaltet. Ein ehren—
voller Auftrag war ihm geworden. Er ſollte zum ver—
ſammelten Kriegsvolke die Predigt halten, bevor man aus-
zöge zum Streit: da betete er um Stärke und mutigen Flug
der Gedanken, daß ſein Wort werde zum glühenden Fun—-
ken, der in aller Herz die Flamme der Streitluſt entfache.
Plötzlich tat ſich die Türe ſeines Gemaches auf. Herein
trat die Herzogin ohne Praxedis' Begleitung; einen fal-
tigen Mantel hatte ſie über das Morgengewand um—
geworfen als Schutz gegen die Kühle der Frühſtunde, viel⸗
leicht auch, daß ſie den fremden Gäſten unerkannt ſein
wollte, wie ſie zum Turme ſchritt. Ein leicht Erröten
überflog ſie, wie ſie allein ihrem jungen Lehrer gegen—
überſtand.
„Ihr zieht heute mit in den Kampf?“ fragte ſie.
„Ich ziehe mit“, ſprach Ekkehard.
„Ich würd' Euch verachten, müßt' ich eine andere Ant-
wort hören“, ſprach die hohe Frau, — „und Ihr habt
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