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230 Etkehard.
ten die Feldzeichen — alte Sitte freudiger Zuſtimmung.
„Amen!“ ſcholl es tönend durch die Reihen, dann neigten
ſie die Kniee, das Hochamt ging zu Ende; ſchauerlich klan—⸗
gen die hölzernen Klappern ſtatt des üblichen Glocken—
tones zur Feier. Wer ſich noch nicht in öſterlicher Andacht
mit dem Leib des Herrn geſtärkt, trat vor zum Altar, ihn
zu empfangen. Da rief's vom Turm: „Waffen! Waffen!
Feindio's! — Vom See kommt's ſchwarz herangezogen,
Roß und Reiter, Feindio! —“ itzt war kein Halt mehr
und keine Ruhe, ſie ſtürmten nach dem Tor, wie vom
Geiſt getrieben; kaum mochte Abt Wazmann den Segen
erteilen.
So ſtürmt in unſern Tagen der wendiſche Fiſcher aus
der Sonntagskirche, die am rügianiſchen Dünengeſtad' ſein
Geiſtlicher hält, zur Zeit, wo des Herings Heerſäulen im
Anzug ſind. „Der Fiſch kommt!!“ ruft die Schildwache
am ſandweißen Ufer, da wogt's und rennt's nach den
Barken, verlaſſen ſteht der Prediger und ſchaut ins Ge—
tümmel, da ſchneidet auch er der Andacht Faden ab und
greift ſeine Netze und eilt zum Schifflein, die Schuppen-
träger zu bekriegen
Schlachtfroh rückten ſie aus dem Hofe, in jedem Herzen
jene Mark und Fibern ſchwellende Spannung, daß es
einem großen Augenblick entgegengehe. Und waren der
Mönche von Sankt Gallen vierundſechzig, derer von
Reichenau neunzig und an Heerbannleuten mehr denn
fünfhundert. Beim Feldzeichen der Sankt Galliſchen
Brüder ſchritt Ekkehard; es war ein florverhüllt Kruzifix
mit ſchwarzen Wimpeln, da des Kloſters Banner zurück-
geblieben. Auf dem Söller der Burg ſtand die Herzogin
und ließ ein weißes Tuch in die Lüfte wehen. Ekkehard
wandte ſich nach ihr, aber ihr Blick mied den ſeinen und
der Abſchiedsgruß galt nicht ihm.
Ans untere Burgtor hatten dienende Brüder den Sarg
mit des heiligen Markus Gebein getragen: Wer immer
vorüberſchritt, berührte ihn mit Schwert und Lanzen—
ſpitze, dann ging's ſchweren Tritts den Burgweg hinab.
In der weiten Ebene, die ſich nach dem See hinſtreckt,
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