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236 Ekkehard.
ihre Antwort auf die „Media vita“, auch Ellak teilte ſeine
Reiter zum Angriff und ringsum tobte der Kampf. Drein
geſpornte Roſſe durchbrachen das ſchwache Häuflein derer
von Sankt Gallen, grimmes einzelnes Streiten begann,
es rang die Kraft mit der Schnelle, germaniſche Ungelenk⸗
heit mit hunniſcher Liſt.
Da trank die Hegauer Erde manch frommen Mannes
Blut. Tutilo, der Starke, lag erſchlagen, er hatte eines
Hunnen Roß unterlaufen, den Reiter an den Füßen her⸗-
untergeriſſen und ſchwang den Krummgeſichtigen durch
die Lüfte, ihm das Haupt an einem Feldſtein zerſchmet-
ternd — aber ein Pfeil flog dem greiſen Künſtler durch
die Schläfe, wie Siegsgeſang himmliſcher Heerſcharen er-
tönte es durchs wunde Gehirn, dann ſank er auf den er—
ſchlagenen Feind. Sindolt, der Böſe, ſühnte mit der
Wunde auf der Bruſt manch ſchlimme Tücke, die er ſonſt
an den Gefährten geübt; nichts frommte es dem Schotten
Dubslan, daß er ſich dem heiligen Minwaloius vergelüb—
det, barfuß gen Rom zu wallfahren, wenn er ihn heut
beſchütze — durchſchoſſen trugen ſie ihn aus dem Ge—
tümmel.
Wie's von Hieben auf die Helme praſſelte, gleich Ha⸗
gelſchlag auf lockres Schieferdach, da zog Moengal, der
Alte, die Kapuze übers Haupt, daß er nicht zur Rechten
ſchaue und nicht zur Linken, ſein Speer war verworfen:
„Heraus jetzt, alte Cambutta!“ rief er ingrimmig und
ſchnallte die Keule los, die über den Rücken gefeſtigt ihn
begleitet, und ſtand im Gewühl wie ein Dreſcher in der
Tenne. Lang' ſchon war ein Reiter um ihn geſchwärmt,
„Kyrie eleison!“ ſang der Alte und ſchlug des Roſſes Schä⸗
del entzwei, mit gleichen Füßen ſprang der Reiter zur
Erde, ein leichter Hieb von krummem Sãͤbel ſtreifte Moen⸗
gals Arm. „Hoiho!“ ſchrie er auf, „im Lenzmonat iſt gut
Aderlaſſen, ſieh dich für, Urztlein!“ und er tat einen Keu—
lenſchlag, als wollt' er ſeinen Gegner klaftertief in die
Erde hineinſchlagen. Der Hunnenkämpe bog dem Hieb
aus, da fiel der Helm — ein rotbackig Geſicht ſchaute zu
dem Keulenſchwinger hinüber, wallendes Haupthaar quoll
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