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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke3/0241
240 Etkehard.

ſich ſchwer und langſam ſeines Gegners Streitkolben auf
ſein Haupt — noch führte die Fauſt des Getroffenen den
Stoß, dann fuhr ſie zur Stirn, Blut überſtrömte ſie, auf
ſein Streitroß taumelte der Hunnenführer nieder und ver⸗
hauchte unwillig ſein Leben.
„Hie Schwert des Herrn und Sankt Michael!“ ſcholl's
brauſend itzt von Mönch und Heerbannleuten, zu letztem
verzweifeltem Angriff drangen ſie vor, noch war der Gold⸗
gerüſtete der vorderſte im Treffen. Des Anführers Fall
ſchuf den Hunnen paniſchen Schreck, rückwärts wandten
ſie ſich, rückwärts in toller Flucht.
Schon hatte die Waldfrau des Feldſtreits Ausgang er⸗
ſpäht, die Roſſe ſtanden geſchirrt, ſie warf einen zorn—
mütigen Blick auf die anrückenden Mönche und ihren
heimatlichen Fels, und ſcharfen Trabes fuhr ſie dem Rheine
zu, der Troß ihr nach — zum Rhein! war die Loſung der
fliehenden Reiter; zuletzt und ungern kehrte Hornebog
mit den Seinen der Schlacht und dem hohen Twiel den
Rücken. „Auf Wiederſehen übers Fahr!“ rief er höhnend
zu den Reichenauer Männern.
Der Sieg war errungen. Doch der, den ſie als Erz—
engel wähnten, vom Himmel niedergeſtiegen aufs hegaui⸗
ſche Blachfeld, neigte ſein ſchweres Haupt auf des Streit-
roſſes Rücken, Zügel und Kolben entſanken den Händen,
war's des Hunnen letzter Stoß, war's Erſtickung in Hitze
des Kampfes — ſie huben ihn als einen Toten vom Roß.
Sein Viſier war gelüftet, ein freudig Lächeln ſchwebte
um das runzelgefurchte mächtige greiſe Haupt . von
dieſer Stunde hatte des Alten aus der Heidenhöhle Kopf⸗
weh ein End'. Er hatte in ehrlichem Reiterstod die Schuld
vergangener Zeiten geſühnt, das ſchuf ihm ein fröhlich
Sterben.
Ein ſchwarzer Hund lief ſuchend über die Walſtatt, bis
er des Alten Leichnam gefunden, und leckte ihm wehmütig
heulend die Stirn, und Ekkehard ſtand dabei, die Träne
im Aug', und ſprach das Gebet um's Heil ſeiner Seele..
Mit Tannenreis am Helm zogen die Sieger auf ihre

Bergfeſte zurück. Der Mönche zwölf ließen ſie unten im

15⁵

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