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15. Hadumoth. 259
dunkle Maſſen, auf allen Gipfeln flammte es gen Himmel.
— Heraus, ihr Schläfer! ...HKHes war zu ſpät — ſchon flog
der helle Brand ins Hunnenlager, — klagend Gewieher
der Roſſe tönte auf — der große Stall ſtand in Flammen
5 — dunkle Geſtalten brechen ein, fackelglanzbeſchienen
kommt heute der Tod; — das iſt der alte Irminger, Herr
im Frickgau, der ihn bringt, er, der ſtarke Vater ſechs ſtar⸗
ker Söhne, der wie Mattathias mit ſeinen Makkabäern
das Elend ſeines Volkes nicht länger erſchauen wollte; —
10o und von ihnen geführt die Männer von Hornuſſen und
Herznach und die aus dem Aartal und von Brugg und
von Badens heißen Quellen und weit von der Giſelaflueh
her. In ſicherm Waldverſteck waren ſie gelegen, bis auf
dem Eggberg drüben die Fackel ſchwirrte, das war des
1s Schwarzwalds nachbarliche Hilfe — da ging's vorwärts
zum Sturm.
Graunvoll tönte der Überfallenen ESchrei in den
Sturmruf. Blutigen Hauptes ſprengte Snewelin vor—
über, ein wohlgeſchleuderter Pechbrand haftete an ſeiner
20 Gewandung und flackerte weiter, daß er ausſah wie ein
feurig Geſpenſt: „Die Welt geht unter!“ rief er, „das
tauſendjährige Reich bricht an, Herr, ſei meiner armen
Seele gnädig!“
„Verloren, alles verloren!“ ſprach die Waldfrau vor
25 ſich hin und fuhr mit der Hand über die Stirn. Dann band
ſie das Saumroß los, um es auch noch vor ihren Wagen zu
ſchirren. Im Dunkel ſtand Audifax, er biß die Zähne zu—
ſammen, um nicht jubelnd hinauszujauchzen in das Ge—
heul des nächtlichen Überfalls; zitternder Widerſchein des
30 Feuers ſpielte um ſein Antlitz; es kochte in ihm. Eine
Weile ſchaute er ſtarr ins Rennen und Wogen und Kämp—
fen der dunkeln Männer — „jetzt weiß ich's!“ ſprach er
leiſe zu Hadumoth; er hatte einen Feldſtein aufgerafft,
katzenſchnell ſprang er an der Wald frau hinauf und ſchlug
35 ſie nieder, das Saumroß riß er weg und hob mit Mannes-
ſtärke die knieende Hadumoth hinauf. „Halt' dich feſt am
Sattelknopf!“ — er ſprang aufs Roß und griff die Zügel,
das fühlte die ungewohnten Reiter, ſcheu von Brand und
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