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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke3/0263
262 Ekkehard.

Witwen und Waiſen der gefallenen Heerbannmänner
kamen, und wem der rote Hahn aufs Dach der Hütte ge—
flogen und wem die junge Saat von Roſſeshuf zerſtampft

war: es ward Hilfe geſchafft, ſo viel möglich! Boten

an den Kaiſer gingen ab mit Bericht über das Geſchehene
und Vorſchlag künftiger Abwehr, der Burg Befeſtigung,
wo ſie ſich mangelhaft erwieſen, ward gebeſſert, die Waf⸗
fenbeute bemeſſen und verteilt, die Stiftung einer Kapelle
auf dem Grabhügel der chriſtlichen Kriegsmänner be—
ſchloſſen.
Mit Reichenau und Sankt Gallen war viel Verhand-
lung; geiſtliche Freunde vergeſſen niemals Rechnung zu
ſtellen für erwieſenen Dienſt. Sie wußten eindringlich
zu jammern und wehklagen über die Schädigung der
Gotteshäuſer und unerſchwingliche Einbuße an Hab' und
Gut: daß eine Schenkung von Grund und Boden den
bedrängten Gottesmännern ſehr erwünſcht käme, ward
der Herzogin täglich ins Gehör geträufelt. Fern im Rhein-
tal, wo der Berg von Breiſach mit ſeinen dunkel aus
gebrannten Felsrücken der Strömung ſich entgegenſtemmt,
war der Herzogin das Hofgut Saspach'*s. Auf vulkani—
ſchem Boden gedeiht die Rebe, — das hätte den frommen

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Brüdern auf der Aue wohl getaugt; ſchon um den Unter-

ſchied des rheiniſchen Weines von dem am See erproben
zu können, außerdem als geringer Erſatz für tapferes
Streiten und die nötigen Seelenmeſſen um die Geblie—
benen.
Und wie ſich Frau Hadwig eines Tages dem Vorſchlag,
es abzutreten, nicht ganz abgeneigt erwieſen, kam ſchon
des andern mit dem frühſten der Subprior geritten und
bracht' ein großes Pergament, drauf ſtund die ganze For⸗
mel der Schenkung, und klang recht ſtattlich, wie alles
dem heiligen Pirminius ſolle zugewieſen ſein, Haus und
Hof und aller Zubehör, gerodet Land und ungerodet,
Wald und Weinberg, Weide und Wieswuchs und der Lauf
der Gewäſſer ſamt Mühlenbetrieb und Fiſchfang, und was
von eigenen Leuten männlichen und weiblichen Ge—
ſchlechtes auf den Huben ſeßhaft... und fehlte auch die

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