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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke3/0279
278 Ekkehard.

ſie leicht, eich wüßt' Euch Rat. Der Abt von Reichenau
hat mich geärgert, die Perle meiner Hofgüter mir ab—
ſchwatzen wollen, als wär's eine Brotkrume, die man vom
Tiſch ſchüttelt, ohne umzuſchauen!“
— Es rauſchte im Gebüſch, ſie nahmen es nicht wahr.
Ein dunkler Schimmer zog ſich durch die Blätter — war's
ein Fuchs oder eines Mönchs Gewand?
„Ich will Euch als Verwalter drauf ſetzen“, fuhr Frau
Hadwig fort, „da habt Ihr all die Herrlichkeit vollauf,
deren Anblick Euch heute ſchwermütig macht, und noch
mehr. Mein Saspach liegt fröhlich am Rhein, der alte
Kaiſerſtuhl rühmt ſich der Ehre, daß er zuerſt in all unſern
Landen die Weinrebe trug, — und ſind ehrliche Leute
dort, wenn ſie auch eine unfeine Sprache ſprechen.“
Ekkehard ſah vor ſich nieder.
„Ich kann's Euch auch ausmalen, ohne daß ich zu
ſchildern weiß wie Virgilius. Denkt Euch, es iſt Herbſt —
Ihr habt ein geſund Leben geführt, mit der Sonne her—
aus, mit den Hühnern zu Bett — jetzt kommt die Weinleſe,
von allen Bergrücken ſteigen Knechte und Mägde zu Euch
hernieder, den Hängkorb gefüllt mit Trauben, Ihr ſteht
am Tor...
Es rauſchte wieder im Gebüſch.
„.. und denket darüber nach, wie der Wein wird,
und beſinnt Euch, auf weſſen Wohl Ihr ihn trinken wollt,
der Vogeſenwald ſchaut ſo licht und blau zu Euch herüber,
wie hier die Hörner der Alpen, da kommt's mit Roß und
Wagen vom alten Breiſach her, die Heerſtraße ſtäubt, Ihr
hebet das Haupt, nun, Meiſter Ekkehard, wer wird an—
gezogen kommen?“
Der Gefragte war kaum der Schilderung gefolgt.
„Wer?“ ſagte er ſcheu.
Wer anders als Eure Gebieterin, die ſich ihr herzog—
lich Recht nicht vergeben wird zu prüfen, wie ihre Diener
ſchalten.“
„Und dann?“ fragte er weiter.
„Dann? dann werd' ich Erkundigungen einziehen, wie
Meiſter Ekkehard ſeiner Pflicht oblag, und ſie werden alle

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