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16. Cappan wird verheiratet. 279
ſagen: ‚Er iſt brav und ernſt, und wenn er nicht ſo viel
denken und ſinnen und in ſeinen Pergamenten leſen
wollte, wär' er uns noch lieber“
„Und dann?“ fragte er noch einmal. Sein Ton war
ſeltſam.
„Dann werd ich ſprechen mit den Worten der Schrift:
‚Wohl, du guter und getreuer Knecht! Du warſt treu über
weniges, ich will dich über vieles ſetzen. Zeuch ein zum
Freudenmahl deines Herrn.“
Ekkehard ſtand gleich einem Betäubten. Er hob ſeinen
Arm, er ließ ihn wieder ſinken, eine Träne zitterte in
ſeinem Aug'. Er war ſehr unglücklich.
Zu ſelber Zeit ſchritt ein Mann vorſichtig aus dem
Gebbüſch heraus. Wie er wieder Wieſengrund unter den
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Füßen fühlte, ließ er-die gehobene Kutte niederfallen.
Er ſchaute bedeutſam auf die beiden zurück und nickte mit
dem Haupte, wie einer, der eine Entdeckung gemacht. Er
war auch nicht hingegangen, um Veilchen zu pflücken.
Das Hochzeitfeſt war in ſtufenweiſer Entwicklung bis
dahin gediehen, wo Chaos einzubrechen droht. Der Met
wirkte in den Gemütern. Einer hing ſein Obergewand
an einen Baumaſt und fühlte unwiderſtehliche Neigung,
alles zu zertrümmern, ein anderer hingegen ſtrebte, alles
zu umarmen, ein dritter, der vor zehn Fahren manchen
Kuß von Frideruns Wangen gepflückt zu haben ſich er—
innerte, ſaß trübſinnig am Tiſch und hatte viel getrun—
ken und ſah den Ameiſen zu, die ihm zu Füßen wimmel⸗
ten, und ſprach: „Kling, klang, gloria! Keine iſt was
nutz ...“ Die jungen Leute, die in der Frühe ſo ver—
ſchämt als Hochzeitbitter bei der Herzogin waren, führten
mit ihrem hunniſchen Anverwandten ein germaniſches
Schalksſpiel aus: ſie hatten ein großes linnenes Laken
aus einer der Hochzeittruyen geriſſen, den Cappan drauf,
an den vier Ecken hielten ſie's ſtarr und ſchleuderten den
Unſeligen von der prallen Decke empor, daß er in die
blauen Lüfte hinaufwirbelte wie eine Lerche?*s. Er hielt's
für den landesüblichen Ausdruck verwandtſchaftlicher Hoch⸗
achtung und ſchwang ſich gewandt auf und nieder.
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