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17. Gunzo wider Ekkehard. 293
fügte. „Und Gott ſah alles, was er gemacht hatte. Und
es war ſehr gut.“ Und Gunzo? — Er tat desgleichen.
Dann ſchritt er zu ſeinem Metallſpiegel und beſchaute
ſich lange, als wär' es ihm von äußerſter Wichtigkeit,
das Antlitz deſſen kennenzulernen, der den Ekkehard von
Sankt Gallen vernichtet. Er verneigte ſich achtungsvoll
vor ſeinem Spiegelbild.
Die Glocke im Refektorium hatte längſt zur Abend⸗
mahlzeit gerufen, Pſalm und Tiſchgebet waren gebetet,
ſchon ſaßen die Brüder beim ſanften Hirſebrei, da erſt trat
Gunzo in den Saal. Sein Antlitz ſtrahlte. Der Dekan
deutete ihm ſchweigend vom gewohnten Platz hinüber in
den Winkel, denn wer allzuoft verſäumte, ſich rechtzeitig
einzufinden, der ward zur Buße von der Speiſenden Ge—
meinſchaft geſondert und ſein Wein den Armen verab—
reicht?“. Aber ohne Murren ſetzte ſich Gunzo hinüber
und trank ſein belgiſch Brunnenwaſſer, ſein Büchlein lag
ja vollendet oben, das tröſtete.
Nach aufgehobenem Mahl zog er ſeiner Freunde einige
zu ſich auf die Zelle, geheimnisvoll, als gält' es, verbor—
genen Schatz zu heben, er las ihnen das Werk vor.
Des heiligen Gallus Kloſter mit ſeinen Büchern, Schu⸗
len, Gottesgelehrten war in damaliger Chriſtenheit viel
zu gut beleumdet, als daß die Fünger des heiligen Aman—-
dus nicht mit leiſer Freude das Ziſchen von Gunzos Ge—
ſchoſſen vernommen. Tüchtigkeit und vorragender Wan—
del beleidigt die Welt oft noch tiefer als Frevel und Sünde.
Darum nickten ſie beifällig mit den grauen Häuptern,
wie Gunzo die Kernſtellen vortrug.
„Es wär' ſchon lang' an der Zeit geweſen, den Bären
im Helvetierland einen Tanz aufzuſpielen“, ſprach der
eine, „UÜUbermut mit Grobheit gepaart verdient keine an—
dere Muſik.“
Gunzo las weiter. „Bene, optime, aristotelicissirne!“
murmelten die Verſammelten, als er geendet. „Ver—
gnügte Mahlzeit, Bruder Akhar“, ſprach ein anderer,
„belgiſch Gewürz zum helvetiſchen Käſe der Alpen!“
Der Bruder Küchenmeiſter umarmte den Gunzo und
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