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18. Herrn Spazzo, des Kämmerers, Geſandtſchaft. 307
„Er hat das Wetter beſchworen, die Hunnenſchlacht zu
rächen, Art läßt nicht von Art.“
Der Knecht hatte indes den Hornſchröter zwiſchen zwei
platten Feldkieſeln zermalmt und grub die Steine in den
Boden?ns. Fetzt ſchleppten ſie den Cappan vorwärts übers
Blachfeld und ſchleppten ihn zum hunniſchen Grabhügel
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und ſchnürten ihm mit Weidenruten Hand und Fuß zu—
ſammen; dann ſprang der Knecht zum Schlangenhof hin⸗
über und rief ſeine Mitknechte. Wild und mordluſtig
kamen ſie heran, etliche davon hatten auf Cappans Hoch—
zeit getanzt, das ſtand nicht im Weg, daß ſie jetzt zu ſeiner
Steinigung auszogen.
Cappan fing an nachzudenken. Was ihm zur Laſt ge⸗
legt ward, begriff er nicht, wohl aber, daß Gefahr da.
Darum tat er einen Schrei, der klang gell und durch—
dringend durch die Luft, wie der Schrei eines wunden
Roſſes in der Todesſtunde; davon ward Ekkehard aus
ſeinen Träumen unter dem Fliederbaum aufgejagt, er
kannte die Stimme ſeines Täuflings und ſchaute hinunter.
Ein zweites Mal klang Cappans Schrei auf, da vergaß
Ekkehard ſein hohes Lied und eilte die Berghalde hinab.
Er kam zu rechter Zeit. Sie hatten den Cappan an
das Felsſtück gelehnt, das den Hügel deckte, und ſtanden
im Halbkreis dabei. Der Kloſtermeier tat kund, wie er
ihn auf handhafter Tat des Wettermachens betroffen, und
fragte herum, da ſprachen ſie ihn ſchuldig, geſteinigt zu
werden.
In die unheimliche Verſammlung ſprang Ekkehard.
Die Männer geiſtlichen Standes waren dazumal minder
verblendet, als etliche hundert Fahre ſpäter, wo Tauſende
unter gleich begründeter Anſchuldigung auf dem Scheiter⸗
haufen verenden mußten und der Staat ſein „von Rechts
wegen“ drunter ſetzte und die Kirche ihren Segen dazu
gab. Und Ekkehard, ſo ſehr er ſonſt an zauberiſche Kunſt
glaubte, hatte ſelber einſtmals im Kloſter des frommen
Biſchofs Agobard Schrift gegen unſinnige Volksmeinung
von Hagel und Wetter abgeſchrieben; zürnender Unwille
ſchuf ihm Beredſamkeit.
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