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374 Ekkehard.

ſchlag erleiden müſſen .. und ſie ſteht oben auf dem
Söller und ſchaut drauf hernieder, als geſchehe es einem
wildfremden Mann: „Herr des Himmels und der Erde,
ſende deine Blitze!“
Aber die Hoffnung leuchtet auch dem Elendeſten noch.
Da ward's ihm wieder, als töne in all den Fammer ein
gelles Halt! ſie ſtürzt herunter in fliegendem Gelock und
rauſchendem Herzogsmantel und treibt die Peiniger aus⸗
einander wie der Heiland die Wucherer im Tempel und
reicht ihm Hand und Lippen zum Kuß der Verſöhnung...
lang und ſchön und glühend malte er ſich's aus, ein Hauch
von Troſt kam über ihn, er ſprach mit den Worten des
Predigers: „Im Ofen werden die Geſchirre des Töpfers
bewährt und gerechte Menſchen in Anfechtung der Trüb—
ſal?s: Wir wollen unbeirrt erwarten, was da kommt.“

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Er hörte ein Geräuſch im Gemach vor ſeinem Ker-

ker. Ein Steinkrug ward aufgeſetzt. „Ihr ſollt tapfer
trinken!“ ſprach eine Stimme zum wachhaltenden Kloſter-⸗
bruder, „in Sankt Fohannis Nacht gehen allerhand Über-
irdiſche durch die Luft und ſtreichen an unſerer Burg vorbei,
macht, daß Ihr Mut behaltet; es ſteht noch ein zweiter
Krug bereit.“ Es war Praxedis, die den Wein brachte.
Ekkehard verſtand nicht, was ſie wollte. „Auch ſie iſt
falſch“, dachte er. „Gott behüte mich!“
Er ſchloß ſeine Augen zum Schlummer. Nach einer
guten Weile ward er aufgeweckt. Dem Kloſterbruder
draußen mußte der Wein geſchmeckt haben, er ſang ein
Lied zum Preis der vier Goldſchmiede“s, die in Rom
einſt die Fertigung heidniſcher Götzenbilder geweigert
und das Martyrium erlitten, und ſchlug mit dem ſan—
dalenbeſchwerten Fuß den Takt auf die Steinplatten.
Ekkeharod hörte, daß dem Mann ein zweiter Krug gebracht

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ward. Sein Geſang ward laut und ſtürmiſch. Dann

hielt er ein Selbſtgeſpräch, worin viel von Welſchland
und guten Biſſen und der heiligen Agneſe vor den
Mauern die Rede war. Dann verſtummte er. Sein
Schnarchen tönte vernehmlich durch die Steinwände zum
Gefangenen herüber.

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