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398 Eklehard.
— ſagte Benedicta, „der hat ſo eine ſanfte Bärenſtimme
gehabt.“
„Schweig, du wilde Hummel!“ drohte ihr Vater. Sie
holten Schaufel und Bergſtock, der Alte nahm ſein Hand⸗
beil mit, ſo ſtiegen ſie mit Ekkehard den Spuren der La⸗
wine nach. Die war von der Felswand zum Aſcher herab ·
gefahren über Grund und Steingerölle und hatte die
niedrigen Fichtenſtämme geknickt wie Strohhalme; drei
mächtige Blöcke, die gleich Schildwachen ins Tal hinab—
ſchauten, hemmten den Sturz, dort hatte ſich der wan—
dernde Schnee zürnend aufgebäumt, weniges war auch
über dieſe Schranke weggeſauſt, der Kern, zerbröckelt von
der Wucht des Anpralls, lag in trümmerhafter Maſſe
getürmt. Der Senn legte ſein Ohr an die Schneedecke,
dann trat er etliche Schritte hinein, ſtieß den Bergſtock
ein und rief: „Hier graben wir!“
Und ſie gruben eine gute Weile und gruben einen
Schacht, alſo, daß ſie tief drinnen ſtanden und über ihren
Häuptern die Schneemauer ſich erhob, und blieſen oft-
mals in die Hände bei der kalten Arbeit. Da jodelte der
Senn hell auf und Ekkehard tat einen Schrei — ein ſchwar⸗
zer Fleck kam zum Vorſchein, der Senn ſprang zum Beil,
noch etliche Schaufelſtöße, da hob ſich's in zottiger Schwer⸗
fälligkeit und richtete ſich brummend auf und reckte ſeine
Vordertatzen weit empor gen Himmel, wie einer, der ſich
ſchweren Schlaf aus den Gliedern bannen will, und ſtieg
langſam zu dem Fels und ſetzte ſich drauf.
Es war eine mächtige Bärin, die auf nächtlichem Gang
zu den Forellen des Seealpſees ſamt ihrem Ehgemahl
dort überſchüttet worden. Aber der Bär rührte ſich nim—
mer, der war an ihrer Seite erſtickt und lag in kühlem
Todesſchlaf, einen trotzigen Zug um die Schnauze, als
wär' er mit einem Fluch auf allzu frühen Schneefall vom
ſüßen Daſein geſchieden.
Der Senn wollte mit ſeinem Beil wider die Bärin
ausziehen, aber Ekkehard hielt ihn zurück und ſprach:
„Laſſet ihr das Leben, wir haben genug an dem da!“
und ſie zogen ihn herfür und mochten ihn kaum ſelban—
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