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24. Das Waltharilied. 433

Hinſank er auf den Rücken, ein Schrei entfuhr dem Mund,
Des Todes unfroh ſtampfte er den durchfurchten Grund.
Auch dieſem tät der Held das Haupt vom Rumpfe löſen,
— Er war ein ſtolzer Graf im Wormſer Gau geweſen.

00 Nun ſtutzten erſt die Franken und baten ihren Herrn,
Vom Streite abzuſtehen. Doch dem war Gunther fern,
„He!“ zürnte er, „ihr tapfre, ihr vielerprobte Seelen,
Schafft euch das Unglück Furcht, anſtatt zum Zorn zu
ſtählen?
Soll aus dem Waſichenwalde ich ſo mich werfen laſſen,
705 Und als geſchlagner Mann durchziehn die Wormſer
Gaſſen?
Erſt wollt' ich jenen Fremden des Goldes ſehn verlurſtig,
Jetzt dürſt' ich ſeines Blutes. Und ihr, ſeid ihr nicht durſtig?
Den Tod ſühnt nur der Tod. Blut heiſchet wieder Blut!“
Er ſprach's, da wurden alle entflammt zu neuem Mut.
710 Als ging's zu luſt'gem Spiele, zu Wettkampf und Tur⸗-
ney'n,
So wollte jetzt ein jeder im Tod der erſte ſein.
Den Felspfad aufwärts ritten ſie nacheinand' im Trab,
Indeſſen nahm Walthari den Helm vom Haupte ab
Und hing ihn an den Baum. Den würz'gen Waldesduft
71s Sog er mit vollen Zügen und kühlt' ſich an der Luft.

Da rannt auf ſchnellem Roſſe Herr Randolf jach heran,
Mit ſchwerer Eiſenſtange ſtürmt' er Walthari an
Und hätt' ihn ſchier durchbohrt. Doch Guf der Bruſt zum

Trug er ein ſchwer Geſchmeide, Scheien⸗ Welands Mei⸗
ſterſtück.
720 Leicht faßte ſich der Held und hielt den Schild bereit,
Den Helm ſich aufzuſetzen hatt' er nimmer Zeit.
Schon ſauſte Randolfs Klinge um Waltharis Ohren,
Da wurden dem Barhäupt'gen zwei Locken abgeſchoren.
Doch unverwundet blieb er. Es fuhr der zweite Hieb
725 So mächtig in den Schildrand, daß er drin ſteckenblieb.
Dem Blitz gleich ſprang Walthari zurück und wieder vor,
Und riß ihn von dem Gaule, daß er das Schwert verlor,
Scheffel. III. 28


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