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25. Ausklingen und Ende. 445

1000o So ward der alte Treubund erneut mit Glimpf und
Scherz,
Dann trugen ſie den König, dem ſchuf die Wunde
Schmerz,
Und hoben ſänftlich ihn aufs Roß und ritten aus,
Nach Worms die Franken zogen, Walthari ritt nach Haus.
Da ward mit hohen Ehren begrüßt der junge Held,
10905 Und bald ward auch Hiltgunde dem Treuen anvermählt.
Nach ſeines Vaters Tod tät er der Herrſchaft pflegen
Und führte dreißig Fahre ſein Volk mit Glück und Segen;
Noch in manch ſchwerem Kampfe gewann er Sieg und
Ruhm,
Doch ſtumpf iſt meine Feder und billig ſchweig' ich drum.
1100 Hochweiſer Leſer du, ſchenk' meinem Werke Enade!
Wohl gleicht mein rauher Reim dem Sang nur der Zikade,
Doch für das Höchſte iſt mein junger Sinn erglüht.
Gelobt ſei Feſus Chriſt! — So ſchließt Waltharis Lied.

Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Ausklingen und Ende.
„So ſchließt Waltharis Lied.“ — Er hat brav geſun—
gen, unſer Einſiedel Ekkehard, und ſein Waltharilied iſt ein
5 ehrwürdig Denkmal deutſchen Geiſtes, die erſte große
Dichtung aus dem Kreis heimiſcher Heldenſage, die trotz
verzehrendem Roſte der Zeit unverſehrt der Nachwelt
erhalten ward. Freilich ſind andere Töne darin ange—
ſchlagen als in den goldverbrämten Büchlein, die der
10 epigoniſche Poet ausheckt, — der Geiſt großer Heldenzeit
weht drin, wild und faſt ſchaurig, wie Rauſchen des Stur⸗
mes im Eichwald, es klingt und ſprüht von Schwerteshieb
und zerſpelltem Helm und Schildrand ein Erkleckliches und
iſt von minniglichem Flötenton ſo wenig zu verſpüren als
15 von angegeiſtetem Schwatzen über Gott und die Welt und
ſonſt noch einiges: rieſenhafter Kampf und rieſenhafter
Spaß, altes Reckentum in ſeiner ſchlichtfürchterlichen Art,
ehrliche fromme ſchweigende Liebe und echter drein⸗


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