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25. Ausklingen und Ende. 457

achtung zu?ss. Er war auch einer der Haupturſächer, daß

der übermütige Dänenkönig Knut mit Heeresmacht über-

zogen ward.
Es iſt unbekannt, ob dies derſelbe Ekkehard war, von
dem unſere Geſchichte erzählte.
Andere haben auch behauptet, es ſeien mehrere des
Namens Ekkehard im Kloſter Sankt Gallen geweſen, und
der den „Walthari“ dichtete, ſei nicht der nämliche, der die
Herzogin Hadwig des Lateins unterwies. Aber wer der
Geſchichte, die wir jetzt glücklich zu Ende geführt, aufmerk⸗-
ſam folgte, weiß das beſſer. —
Von den weiteren Schickſalen der übrigen, die unſere
Erzählung in buntem Wechſel der Geſtalten vor des Le—
ſers Auge geſtellt hat, iſt wenig zu berichten.
Die Herzogin Hadwig vermählte ſich nicht wieder und
erreichte in frommem Witwenſtand ein hohes Alter. Sie
ſtiftete ſpäter ein beſcheidenes Kloſter auf dem hohen Twiel
und vergabte ihm ihre Güter in alemanniſchen Landen.
Über Ekkehard durfte in ihrer Gegenwart nie mehr ge—
ſprochen werden; aber das Waltharilied ward fleißig von
ihr geleſen und war ihre ſtete Tröſteinſamkeit; nach einer
unverbürgten Ausſage der Mönche von Reichenausfoll ſie
es ſogar faſt ganz auswendig gewußt haben.
Praxedis diente ihrer Herrin noch etliche Fahre ge—
treu, aber mählich und mählich ſtieg eine unbezwingliche
Sehnſucht nach ihrer ſonnigen, farbenprächtigen Heimat
in ihr auf, und ſie behauptete, die ſchwäbiſche Luft nimmer
ertragen zu können. Reich beſchenkt ward ſie von der
Herzogin verabſchiedet; Herr Spazzo, der Kämmerer, gab
ihr ein ritterlich ehrſam Geleite bis gen Venetia. Eine
griechiſche Galeere trug die immer noch anmutige Zung-
frau von der Stadt des heiligen Markus gen Byzanzium.
Die Erzählungen, die ſie dort machte vom Bodenſee und
den wilden treuen Barbarenſeelen?“ an ſeinen Afern,
wurden von ſämtlichen Kammerfrauen am griechiſchen
Kaiſerhof mit bedenklichem Kopfſchütteln aufgenommen,
als ſpräche ſie von einem verzauberten Meer und einem
Lande der Fabel.


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