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Anmerkungen des Dichters. 463

tragung Zeugnis gibt, die wir noch beſitzen. Hattemer, Denk⸗
male ꝛc. I, 337. Das von Tutilo als Oeckelplatten für eine
Evangelienhandſchrift geſchnitzte Diptychon wird in der ſankt-
galliſchen Stiftsbibliothek aufbewahrt. Man bevorzugte bei kirch
lichem Schmuck das Elfenbein, da der Elefant nach einem Aus—
druck Notker Labeos in ſeiner Pfalmenüberſetzung für ein „keu⸗
ſches Vieh“ (chische fièo) galt. Hattemer, Denkmale ꝛc. II, 159.
2² ODen ganzen Kreis des Wiſſens am Schluß des 9ten Zahr-
hunderts vergegenwärtigt uns das in Sankt Gallen aus der Schule
Iſos hervorgegangene, gemeiniglich nach dem Abtbiſchof Salomo
III. von Konſtanz genannte enzyklopädiſche Wörterbuch (glossae
Salomonis) in lateiniſcher Sprache. Es gibt zwar manches aus
dem Schatze der alten Lexikographen, namentlich aus Iſidorus,
wörtlich wieder, enthält aber doch auch viele Eigentümlichkeiten
zur Erläuterung damaliger Weltanſichten und Verhältniſſe und
führt dabei die Mangelhaftigkeit der damaligen Kenntniſſe und
Begriffsbeſtimmungen vor Augen. Stälin, Wirtemberg. Ge—
ſchichte, Bd. I, p. 405. Die von Sindolt erwähnte Gloſſe lautet:
Rabulum = thincman. qui semper vult ad unam quamque rem
disputare. Sicut Ratolt facit. Es war nicht ungewöhnlich, daß
die von ihrer Ordensregel ſo vielfach zum Schweigen veranlaßten
Mönche einem verhaltenen Groll durch Einträge in die Hand-
ſchriften und Bücher Luft machten. So iſt auf dem letzten Blatt
des Codex 176 ein großes Geſchirr abgebildet, daneben mehrere
gröbliche keramcter wider den Kloſtergeiſtlichen Grimo ald ge—
ſchrieben ſind, z. B
„Grimoald, fällt es dir bei, aus dieſem Kruge zu ſchöpfen,
Möge ſein Inhalt ſofort ſich in Säure des Eſſigs verwandeln
Und ein unendlicher Huſten ſamt brennendem Durſt dir beſchert ſein!“

Vergl. Hattemer, Denkmale I, 412. Die Schmähverſe des Schotten
Dubduin ſind mitgeteilt bei Ildefons v. Arx, Berichtigungen und
Zuſätze zur Geſchichte des Kantons Sankt Gallen, p. 20, not. d.
2² Über Sintram, den fleißigen Schreibekünſtler, vergl. Ekkeh.
IV. casus S. Galli c. 1, bei Pertz Monum. II, 89.
2 Eine ganz ähnliche Kur mit Umſchlag einer friſch abgezoge
nen Wolfshaut und Einreibung des Gehirns eines indiſchen Fi⸗
ſches ſchlägt in dem ſeltſamen lateiniſchen Gedicht Ecbasis captivi
v. 495 u. ff. der Fuchs dem kranken König Löwen zur Stillung des
Fiebers vor. S. Grimm und Schmeller, Latein. Gedichte des
X. Jahrh., p. 259.
.. . mulieres ille et mala arborum naturali sibi quodam

odio adeo execratus est, ut, ubi in itinere utrumvis iuveniret, G


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