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Anmerkungen des Oichters. 465

cem, qui in ligamine vestigium tenet, quem „spurihunt“ di-
cunt.. . Canem, quem „bibarhunt“ vocant, qui sub terra
venatur. Lex Baiuvarior. tit. 19 de canibus. S. auch Lex Ala-
mannor. tit. 83 de canibus.
⁶ „Der heber gät in-Hitun
er trégit sper insitun
sin bäld éllin
ne lâzet in uéllin.
Imo sint foze
fuodermaàze,
imo sint burste
ébenhô fôrste.
dnde zéne sine
zvvélifélnige.“
Dies ehrwürdig alte Volkslied, das anſcheinend entweder aus
des Romeias Jagdgeſchichte entſtand, oder von ihm ſeiner Jagd⸗
geſchichte zugrunde gelegt ward, iſt der Nachwelt erhalten durch
die ſanktgalliſche (vielleicht Notkerſ che) Abhandlung über die Rhe⸗
torik, allwo es als geeignetes Beiſpiel hyperboliſcher Redeweiſe
(nam plus dicitur, sed minus intelligitur) aufgeführt wird. Vergl.

Hattemer, Denkmale ꝛc., Bd. III, p. 577.

³7 S. Vita S. Galli bei Pertz Monum. II, 9.
³8 Regula S. Benedicti, cap. 1.
³⁹ In rauhen Zeiten ſucht der Menſch ſeinem Gott auch in
rauher Form zu dienen. Das Klausnertum ſagte damals welt-
abgewandten Gemütern zu, und Beiſpiele von ſolchen, die über
zwanzig und dreißig Fahre lang ſolch eine freiwillig auferlegte
Einzelhaft trugen, beweiſen, daß das phyſiſche Leben durch einen
ſtarken, vom Glauben, etwas Verdienſtliches zu tun, beſeelten
Willen lang gefriſtet werden kann. In der Handſchrift der ſankt-
galliſchen annales maiores iſt ein Abbild des Prieſter Hartker
enthalten, eine unterwürfige, krummgebeugte, demütig kaſteite
Geſtalt in faltigem Mönchsgewand mit großer Tonſur und der
Überſchrift: Hartkerus reclusus. S. Pertz Monum. I, 72. Dieſem
iſt im liber benedictionum folgender Nachruf gewidmet:

„Wer hat ein härteres Los als Hartker, der Klausner, getragen,
Der in beengender Haft ſich dreißig der Fahre kaſteite?
Immerdar ſtand er gebückt, ſo niedrig war die Bedachung,
Kiſſen des Kopfs war ein Stein. Auf dieſem ſchlief und entſchlief er,
Und in Kreuzesgeſtalt die mageren Arme entbreitend
Wandt' er zum Himmel den Blick und befahl dem Herrn ſeine Seele.“

S. J. v. Arx, Geſchichte ꝛc. I, 232.
Scheffel. III. L 30


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