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Anmerkungen des Dichters. 467

inquit, austera sunt et mala tua.“ Et cum esset literata: „Si
omnia, inquit, mala factor talia creasset, nunquam Eva malum
gustasset!“ „Bene, ait illa, Evam memorasti; enimvero quo-
modo et tu sic deliciarum avida erat, ideo in escula unius mali
peccaverat.“ Ekkeh. IV. casus S. Galli c. 10. Pertz Mon. II, 119.
Der Erzengel Michagel war dem Mittelalter Gegenſtand
mannigfachen Aberglaubens. Man glaubte, daß er die Wache am
Throne Gott Vaters halte, ja ſogar, daß er Montags vor ihm die
Meſſe zelebriere. Biſchof Rather von Verona eifert in ſeiner Pre⸗
digt de quadragesima heftig gegen dieſe rohen ſinnlichen Vor⸗
ſtellungen: vgl. Vogel, Ratherius v. Verona und das 10. Jahr⸗
hundert, Bd. I, 293.
48 roswitha von Gandersheim hat die Geſchichte von der
Thais und dem Anachoreten der Wüſte in ihrer naiven lateiniſchen
Komödie Paphnucius behandelt. S. Magnin, theàtre de Hrots-
witha, Paris 1845, p. 280 u. ff.
¹9 „Quid mihi et inanibus hujus seculi vanitatibus? Audio
in coelis signa sonitusque campanarum ac dulcisonam angelicae
modulationis harmoniam: illuc ire desidero, his interesse delec-
tor.“ Vita Wiboradae auctore Hartmanno c. 2.
5 Frau Wendelgards Sehnſucht nach dem gefangenen Eh—
gemahl ward in anmutiger Weiſe geſtillt. Sie ging aus ihrer
Klauſe jedes JFahr einmal nach Buchhorn, um des Grafen Ulrich
Angedenken mit einer feierlichen Fahrzeit zu ehren. Wie ſie einſt
nach derſelben mit eigener Hand den Armen Almoſen austeilte,
ſtand einer unter den Bettlern, zerriſſen und entſtellt, dem ſchenkte
ſie ein Kleid. Er aber ließ ihre Hand nimmer aus der ſeinen, zog
ſie zu ſich und küßte ſie vor allem Volk, ſtrich ſein Haar zurück und
ſprach: Erkenne deinen Gemahl. Da Frau Wendelgard, unwillig
über ſolchen Gewaltſtreich eines Fremden, ſich abwenden und ihn
den Dienern zur Züchtigung überweiſen wollte, wies er ihr eine
alte Narbe, und wie aus langem Schlaf erwachend fuhr ſie auf: „O
mein Gebieter, du aller Menſchen mir der teuerſte, ſei gegrüßt,
du mein Herr, ſei gegrüßt, du immer ſüßer!“ und lag weinend
in ſeinen Armen. Ekkeh. IV. casus S. Galli c. 10, Pertz Mon.
II, 120.
51 pelle ejus simulatae sanctitatis detracta.. . Hepidan,
vita Wiboradae cap. II.
532 . quia nondum in se mortificaverit phylargyriam, quae

40 est omnium radix malorum uſw. Die Anklagen, wegen deren

ſich Wiborad einſt vor dem Biſchof i in Konſtanz zu verantworten
hatte, ſind ausführlich nachzulef⸗ en in Hepidan, vita Wibor. II, 11.
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