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Anmerkungen des Dichters. 473

Farben glänzenden Miniaturen ſind in manchen Motiven noch
vom nachwirkenden Geiſt der Antike erfüllt, gewandt, mit Ver⸗
ſtändnis von Geſtalt und Faltenwurf und einer gewiſſen unbefan⸗
genen künſtleriſchen Sicherheit hingezeichnet und leicht koloriert.
Die mit reichen Arabesken gezierten Initialen und das die Bil⸗—
der umrahmende architektoniſche Beiwerk gewähren mannigfache
Einſicht in die baulichen Formen jener Zeit, deren monumentale

Reſte ſo ſelten geworden. — Auch Anfänge der Wandmalerei zum

Schmuck der kirchlichen Gebäude kommen ſchon vor. Ein Abt
Immo ließ in vielen an den Wänden der Münſterkirche angebrach⸗
ten Gemälden die Lebensgeſchichte des heiligen Gallus darſtellen;
von einem ſpätern Abt Manegold wird berichtet, daß er ein
Bild de materia genealogiae Christi und außerdem ein letztes
Gericht in muro bonis coloribus herſtellen ließ. S. casuum S.
Galli II. continuatio, c. 8, Pertz, Monum. II, 161. IZld. v. Arx,
Geſchichte des Kantons St. Gallen I, 237. Die Wandmalereien
des Kloſter Reichenau ſind beſungen von Burkhard bei Pertz,
Monum. VI, 629.
88 Vocabularius Sancti Galli, dem Sprachforſcher wichtig
durch den Schatz althochdeutſcher Wörter, noch erhalten und viel⸗
fach abgedruckt, z. B. bei Hattemer, Denkmale ꝛc. I, 11— 14.
89 Auch dieſes wertvolle Denkmal aus der Zeit Kaiſer Lud—
wig des Frommen wird noch von der ſanktgalliſchen Bibliothek
bewahrt. Bgl. Keller, Der Bauriß des Kloſters Sankt Gallen.
90 . Thieto caminatam quandam „veterum seniorum an-
gulum“ vocatam introiit. Ekkeh. IV. casus S. Galli, cap. 6.
Pertz, Mon. II, 112. Bgl. auch II, 135.
* Die Geſchichten vom Biſchof Salomo und ſeinem Hader
mit den Kammerboten ſind nachgerade ein weniges abgedroſchen
und abgeſungen. Den offenbar mannigfach zur Sage gewordenen
Tatbeſtand erzählt Ekkehard IV. casus S. Galli, cap. 1; zu einer
Reihe Balladen zuſammengeſchmiedet hat ihn ein Sänger der
ſchwäbiſchen Schule ꝛc. *
*N Digneris, domine, et hos benedicere fustes. Benedic-

g5 tio ad capsellas et baculos ad iter agentes in der Handſchrift 395.

93 Ermenrici coenobitae augiensis tentamen etc. bei Pertz,

Mon. II, 32. Auch der Verfaſſer der größeren ſanktgalliſchen

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Annalen nennt die Reichenau einen hortus deliciarum. S. Pertz,
Mon. I, 79.
Der Gegenſtand religioſer Verehrung, der den Fiſcher von

* Guſtav Schwab, „Gedichte“, Bd. 2, S. 167 ff. (Stuttgart 1820.


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