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478 Ekkehard.

benachbarten Oningen ſind ſpäter berühmt geworden burch ihre
Petrefakten, insbeſondere durch die ſeltenen Überreſte von Bögeln.
Bekanntlich ward dort auch das Gebein eines rieſenmäßigen Sala-
manders aufgegraben, in welchem der gelehrte Naturforſcher
Scheuchzer (1726) einen foſſilen Menſchen erkannte, bis daß Cuvier
die wahre Organiſation dieſes „Zeugen der Sündflut“ nachwies.
VBgl. Burmeiſter, Geſchichte der Schöpfung, 5. Aufl., p. 518.
124 Vita Sancti Galli lib. I, bei Pertz, Monum. II, 7.
15 Die Herzogin teilt hier dieſelben Grundſätze zweckmäßiger
Bekehrungspolitik, die der Papſt Gregor der Große ſeinerzeit in
einem Schreiben an den Abt Mellitus und den Erzbiſchof ˖ Auguſti⸗
nus von England ausgeſprochen. „Saget dem Auguſtinus“, heißt
es dort, „zu welcher Überzeugung ich nach langer Betrachtung
über die Bekehrung der Engländer gekommen bin: daß man näm—
lich die Götzenkirchen bei jenem Volk ja nicht zerſtören, ſondern
nur die Götzenbilder darin vernichten, das Gebäude mit Weih—
waſſer beſprengen, Altäre bauen und Reliquien hineinlegen ſoll.
Denn ſind jene Kirchen gut gebaut, ſo muß man ſie vom Götzen⸗
dienſt zur wahren Gottesverehrung umſchaffen, damit das Volk,
wenn es ſeine Kirchen nicht zerſtören ſieht, von Herzen ſeinen Irr⸗
glauben ablege, den wahren Gott erkenne und um ſo lieber an

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den Stätten, wo es gewöhnt war, ſich verſammle. Und weil die

Leute bei ihren Götzenopfern viele Ochſen zu ſchlachten pflegen,
ſo muß auch dieſe Sitte ihnen zu irgendeiner chriſtlichen Feierlich⸗
keit umgewandelt werden. Sie ſollen ſich alſo am Tag der Kirch⸗
weihe oder am Gedächtnistag der heiligen Martyrer, deren Reli⸗
quien in ihren Kirchen niedergelegt werden, aus Baumzweigen
Hütten um die ehemaligen Götzenkirchen machen, den Feſttag
durch religiöſe Gaſtmähler feiern, nicht mehr dem Teufel LTiere
opfern, ſondern ſie zum Lobe Gottes zur Speiſe ſchlachten, da—
durch dem Geber aller Dinge für ihre Sättigung zu danken, damit
ſie, indem ihnen einige äußerliche Freuden bleiben, um ſo ge—
neigter zu den innerlichen Freuden werden. Denn rohen Ge—

mütern auf einmal alles abzuſchneiden, iſt ohne Zweifel unmög-

lich, und weil auch derjenige, ſo auf die höchſte Stufe ſteigen will,
durch Tritt und Schritt, nicht aber durch Sprünge in die Höhe
kommt.“ S. Mone, Geſchichte des Heidentums ꝛc. II, 105.
18 Das Aufnageln von Pferdeſchädeln war uralte Gewohn-
heit deutſcher Völker. Schon die römiſchen Legionen, die Caecina
in die Einſamkeit des Teutoburger Waldes führte, um den Ge—
fallenen der VBarusſchlacht die letzte Ehre zu erweiſen, erſchraken,
da von den Stämmen der Eichen die angenagelten Häupter ge—

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