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Anmerkungen des Dichters. 489

19² Nam et villani quidam praedocti ollas, prunas in proximo
monte paratas habentes, tumultu audito faces accensas levabant,
et ut discretionem sociorum et hostium nossent, quasi per-
lustrium fecerunt. Die anſchauliche Darſtellung dieſes Überfalls
des ungariſchen Lagers im Fricktal durch Irminger, den Alten, mit
ſeinen ſechs Söhnen und ihrer Mannſchaft gibt Ekkeh. IV, casus
S. Galli, cap. 3 bei Pertz, Mon. II, 110. Im Schein der rings
auf den Bergen flammenden Feuerzeichen ſtürmten ihre drei Heer⸗
haufen in den ſorgloſen Feind. Wer nicht in keckem Schwim—
men über den Rhein ſetzte, wurde erſchlagen; die Beuteſtücke der
Schlacht weihte Irminger dem Münſter des heiligen Fridolin zu
Säckingen. Eine auf dem rechten Rheinufer gelagerte ungeriſche
Schar zog ſich auf die Nachricht dieſer Niederlage ins Elſaß hinüber.
1¹ „Mir wird ſo kühl im Harniſch“, ſprach der Fiedelmann,
„Drum glaub' ich, daß der Morgen ziehet ſchon heran,
Ich ſpür' es an der Kühle, es wird wohl balde Tag..“
Nibelungenlied, Avent. 31.
14.. Es iſt ein grauſam ding zu ſehen. Dieſer fall heißt
zu unſern Zeiten am Lauffen. Es wirt das Waſſer ſo es oben
herab fallt, zu eim gantzen ſchaum, es ſteubt über ſich gleich wie
weiſſer rauch. Do mag kein Schiff herab kommen, anderſt es
zerfiel zu ſtucken. Es mögen auch keine Fiſch die Höhe dieſes Fel⸗
ſen überſteigen, wann ſie ſchon ſo lange krumme zeen hätten, wie
das Mörthier Rosmarus oder Mors genannt.
Sebaſtian Münſter. Coſmographey. 1574. S. 551.
195 Sahspach, Hadewigae beneficii villa. S. Ekkeh. IV, casus
S. Galli, c. 10 bei Pertz, Mon. II, 135.
19 Verfluchungen gegen etwaige Widerſacher gehörten bei
allen auf Vergabungen, Eigentumsübertragungen, Stiftungen ꝛc.
bezüglichen Urkunden zum Kanzleiſtil. Man war in den ver⸗-
ſchiedenen Formen von erfindungsreicher Mannigfaltigkeit. „Es

fühle der Leib in den Fahren ihres Lebens den Vorſchmack der

unendlichen Höllenpein, wie Heliodor, welchen die Engel geſtäupt,
wie Antiochus, welchen die Würmer gefreſſen“, heißt es z. B.
im Stiftungsbrief des Kloſters Peterlingen. „Wer mit böswilli-
gem Gemüt dieſe Schrift lieſt“, wird anderswo gewünſcht, „möge
zur Stelle erblinden!“ S. Zoh. v. Müller, Geſchichte der Schweiz
I, 253. Eine Zeit, die ſich ſo umfangreich aufs Segnen verſtand,
mußte notwendig auch im Fluchen Erkleckliches leiſten.
17 et multi illorum comprehensi sunt cum rege eorum
nomine Pulszi et suspensi sunt in patibulis. Annales S. Gallen-
ses major. ad. ann. 955 bei Pertz, Mon. I, 79.


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