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494 Ekkehard.
235 dabei ein ſchönes Gärtelein,
Darumb gehet ein ſeiden Faden.
Laurins kleiner Roſengarten.
2 „Was ſoll ich aber von ihren abenteuerlichen Schuhen ſagen?
Denn in dieſer Hinſicht ſind die Mönche ſo unvernünftig, daß
ihnen der Nutzen einer Fußbekleidung großenteils entgeht. Sie
laſſen ſich nämlich ihre Schuhe ſo eng machen, daß ſie darin faſt
wie in den Stock geſchloſſen, am Gehen gehindert ſind. Auch
ſetzen ſie denſelben vorne Schnäbel, an beiden Seiten aber Ohren
an und tragen große Sorge, daß ſie ſich genau dem Fuße anſchlie-
ßen; halten auch ihre Diener dazu an, daß ſie mit beſonderer
Kunſt den Schuhen einen ſpiegelhellen Glanz verleihen.“ Dritte
Ereiferung des Primas auf der Synode zu Mont Notre-Dame
bei Richer III, 39.
27 Hildebrandslied, v. 70 u. ff. — Noch Prätorius († 1680)
in ſeiner Weltbeſchreibung erwähnt „närriſche Gaukelerszelte, wo
der alte Hildebrand und ſolche Poſſen mit Docken geſpielt werden,
Puppenkomödien genannt“.
238 Dieſer fabelhafte Ahnherr aller Grobſchmiede war ſeit
alters her der deutſchen Volksüberlieferung eine entſchieden be—
liebte Geſtalt. Bis ins vorige Fahrhundert trug ein Haus in Würz-
burg nach ihm den Namen „zum großen Schmied Wieland“. Das
alte deutſche Gedicht, welches ihn zum Helden erkor, iſt uns nicht
mehr erhalten, die nordiſche Sage aber hat ihm die gebührende
Aufmerkſamkeit geſchenkt. S. Wilkina-Sage, Kap. 19— 30, bei von
der Hagen, Altdeutſche und altnordiſche Zeldenſagen I, 56 und ff.
²³9 S. Steub, Zur rhätiſchen Ethnologie, p. 103, s. v. Goſſenſaß
und Drei Sommer in Tirol, p. 504.
4 Welandus ab aliquibus Sanctus dictus Acta Sanc-
torum. Mart. tom. I, 364.
241 S. Maßmann, Gedichte des XVI. Fahrhunderts, Band II.
Das Heldengedicht, wie es hier teilweiſe nacherzählt iſt, hat die
Bearbeitung, in der es vorliegt, erſt im zwölften Fahrhundert
erhalten; der Inhalt aber iſt entſchieden alt und weiſt auf frühere
Sagen zurück, die füglich zu Praxedis' Zeit ihren Weg an grie⸗
chiſchen Kaiſerhof gefunden haben mochten.
22u2 Marmoreum sibi sarcophagum longe ante obitum jussit
praeparari ob incerti temporis momentum, quem duabus quo-
tidie vicibus diversis alimentorum aliarumve rerum impensis
summotenus implevit et victu carentibus hilariter distribuit.
Vita S. Rimberti, c. 14 bei Pertz, Mon. II, 771.
43. moribus tamen illa suis severis et efferis sepe virum
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