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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke3/0501
Anmerkungen des Herausgebers.

Die Hauptquelle von Scheffels Roman, die „Casus S. Galli“,
liegen in einer neuen kritischen Ausgabe mit reichen Erläuterungen
von G. Meyer von Knonau vor (‚„Mitteilungen zur vaterländi-
schen Geschichte“, herausgegeben vom HEistorischen Verein in St.
Gallen, Neue Folge, 3., 5. und 6. Heft, St. Gallen 1872 und 1877).
Demselben Gelehrten verdankt man eine Übersetzung der Chronik
in den „Geschichtsschreibern der deutschen Vorzeit“, 10. Jahrhun-
dert, Leipzig o. J.; in ihr lautet jenes in unserer Einleitung oben
S. 9 angezogene 90. Kapitel, das dem Roman das Grundgerippe
der Handlung liferte, folgendermaßen: „Hadawig, die Tochter des
Herzogs Heinrich, nach ihrem Manne Purkhart als Witwe im herzog-
lichen Amte über die Schwaben, während sie auf dem Twiel wohnte,
eine überaus schöne Frau, war weit und breit den Ländern schreck-
lich, weil sie für die Ihrigen von allzu großer Strenge war. Da die-
selbe einmal in ihrer Jugend dem griechischen Könige Constantin
verlobt war, war sie durch Eunuchen desselben, welche hierzu ent-
sandt worden waren, in der griechischen Wissenschaft ganz vor-
züglich gebildet. Aber da ein Maler unter den Eunuchen, um das
Bild der Jungfrau zur Übersendung für den Herrn so ähnlich als
möglich zu malen, sie angelegentlich in das Auge faßte, verzog sie
voll Haſ gegen die Hochzeit den Mund und die Augen, und nachdem
so der Grieche hartnäckig verschmäht worden war, führte der Her-
zog Purchard sie reich ausgestattet als Gattin heim, nachdem sie
später den lateinischen Studien sich hingegeben, und da er schon
altersschwach war, hinterließ er sie. mit dem Hochzeitsschatz und
dem Herzogtum als Mädchen. Diese war einmal als Witwe, um zu
beten, zum heiligen Gallus gekommen. Indem Abt Purchard sie
festlich aufnahm und als seine Nichte durchaus mit Geschenken zu
beehren sich vorbereitete, sagte sie, sie wolle keine anderen Gaben
außer Ekkehard als Lehrer für sich, wenn er ihr denselben nach dem
Twiel auf eine Zeit gewähren wollte. Denn weil derselbe Pörtner
war, hatte sie selbst am Tage vorher mit ihm über seinen Willen
hiezu heimlich sich verabredet. Während nun der Abt das zwar im
Verdruß zugestand und der Oheim davon abriet, hatte jener doch
nichtsdestoweniger, was er gebeten war zu tun, durchgesetzt. Als
er am verabredeten Tage, mit Ungeduld erwartet, nach dem Twiel


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