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58 Reiſebilder.
Rebellionen gegen St. Blaſien und Oſterreich den Wälder
mißtrauiſch, ſchweigſam und in ſich verſchloſſen. Auch iſt
er der einzige Schwarzwälder, dem jener Trieb des Wan—
derns in die weite Welt, des Handelns und Geloͤverdie-
nens fehlt. Der Neuſtadter und Furtwanger Uhrmacher,
der Lenzkircher Strohhuthändler ſind Geſtalten, die, wie
der Zillertaler und Puſtertaler Handſchuhtiroler, in der
ganzen Welt bekannt ſind. Dadurch kommt natürlich
auch viel weltläufiger Schliff unter die Leute und jene
Schwarzwälder „Engländer“, die in der Poſt zu Bonndorf
oder ſonſt die „Times“ leſen und ſich von ihren Handels-
verbindungen in der Neuen und Alten Welt unterhalten,
haben weder Zeit noch Stimmung, in vergilbten Briefen
und Pergamenten nach alten „Rechten und Privilegy“
zu forſchen.
Der Hauenſteiner dagegen ſitzt auf ſeinen Bergen feſt;
die Heimat mit ihrer Rauheit und Ode, mit ihrer winter-
lichen Schneelaſt und ihrem ſchwermütigen Tannendun—
kel iſt ihm lieber als die ungewiſſe Fremde; höchſtens fährt
er einmal mit einem Wagen Holz nach Baſel oder geht,
wenn er ſeinen unvermeidlichen Prozeß beim Amt ver—
loren hat, über die Berge nach Freiburg zum Advokaten.
Wenn er aber juſt nichts zu tun hat und einen Ausflug nach
ſeinem Behagen machen will, ſo wallfahrtet er hinüber
nach Maria Einſiedeln oder Maria Stein, läßt ſich dort
im Beichtſtuhl gehörig vor dem Teufel verwarnen, der in
Geſtalt von geiſtlichen und weltlichen Neuerungen „drüben
im Reich“ umgehe, nimmt dann als Lektüre für lange
Winterabende ein paar Paradiesgärtlein, Himmelsſchlüſ—
ſel oder Bericht über verſchiedene Wunder mit heim und
tut ſomit, bewußt oder unbewußt, alles Erforderliche, um
ſich in ſeiner Iſolierung zu erhalten.
So iſt, wie die Hauenſteiner Sprache und Kleidung
um ein paar Jahrhunderte zurückreicht, auch in Sitte und
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Lebensgewohnheit manches beibehalten, was unmittelbar z58
in das Gebiet der deutſchen Rechtsaltertümer gehört und
1 Nach der Schweiz.
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